Wirtschaft
Video

Zweifel an Griechenland sind zurück: Athen soll sich keine Hoffnungen machen

Das krisengeschüttelte Griechenland macht die internationalen Geldgeber wieder nervös. Denn der Ausgang der Wahlen in einer Woche ist offen. Eines ist aber klar: Die Europäer wollen das Rettungsprogramm auf keinen Fall neu verhandeln.

Eine neue Regierung in Athen kann sich keine Hoffnung auf eine grundlegende Änderung des dritten Hilfspakets der Europartner machen. "Es wird keine politische Wiederverhandlung des Programms geben", sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in Luxemburg.

Ex-Premier Alexis Tsipras soll im Wahlkampf Nachbesserungen bei der Kreditvereinbarung mit den Geldgebern versprochen haben.
Ex-Premier Alexis Tsipras soll im Wahlkampf Nachbesserungen bei der Kreditvereinbarung mit den Geldgebern versprochen haben.(Foto: picture alliance / dpa)

Bei dem im Sommer vereinbarten Programm mit einem Umfang von bis 86 Milliarden Euro seien aber noch nicht alle Details festgelegt, etwa zur Reform des Arbeitsmarktes. Deshalb sind nach Dijsselbloems Worten weitere Gespräche mit Athen nötig. In Griechenland sind die Bürger am 20. September zu Wahlen aufgerufen.

Laut Medienberichten hat der griechische Ex-Premier Alexis Tsipras im Wahlkampf Nachbesserungen bei der Kreditvereinbarung mit den Geldgebern versprochen. Das Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Benoît Coeuré, sagte beim Treffen der europäischen Finanzminister, eine neue Regierung in Athen müsse sich hinter die Programmvereinbarungen stellen. Nach Worten des Chefs des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, überprüft die europäische Bankenaufsicht derzeit die großen Banken in Griechenland - Ergebnisse könnten bis Ende Oktober vorliegen. Für die Sanierung und Abwicklung von Banken sind schon 10 Milliarden Euro vom ESM bereitgestellt, aber noch nicht freigegeben. 

Schelling: Wahlkampf "nationaler Unfug"

Österreichs Finanzminister Hans Jörg Schelling sagte, er sei "felsenfest davon überzeugt", dass Griechenland sich an die Vereinbarung halten werde, "wenn einmal der kollektive Unfug, sprich der Wahlkampf" vorbei ist.

Die Finanzminister der Euro-Länder berieten bei dem Treffen auch über Zypern, das seit 2013 Kredithilfen von 10 Milliarden Euro erhält. Die Minister sehen Zypern auf gutem Weg und sprachen sich für die Auszahlung der nächsten Kredittranche in Höhe von 500 Millionen Euro im Oktober aus.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen