Montag, 24. Mai 2010
US-Kurssturz am 6. Mai: Aufklärer tappen im Dunkeln
Noch immer ist unklar, was die US-Börsen zum zeitweiligen Einbruch brachte. Man geht in New York von einem Zusammenwirken mehrerer Ereignisse aus.
Große Aufregung am 6. Mai an der NYSE.
(Foto: REUTERS)
Die US-Börsenaufsicht hat keine Hinweise dafür gefunden, dass der Blitzsturz an den US-Börsen am 6. Mai durch System-Betriebsstörungen ausgelöst wurde. Der Kurseinbruch sei weniger eine Folge eines einzelnen Ereignisses, sondern vielmehr auf ein Zusammenspiel von Geschehnissen zurückzuführen, das zu Verwerfungen bei der Liquidität geführt habe, erklärte die Aufsichtsbehörde CFTC.
"Es ist möglich, dass wir nie wissen werden, was am 6. Mai geschah", sagte die CFTC-Expertin Jill Sommers. Ihr Kollege Michael Dunn erklärte, vermutlich hätten mehrere Faktoren eine Rolle gespielt. Entscheidend sei nun, die Weichen so zu stellen, dass derartiges nicht mehr passieren könne.
Damit hält die Suche nach der Ursache des Einbruchs an. Der Dow Jones verlor damals zeitweise um rund neun Prozent oder fast 1000 Punkte - dem prozentual größten Verlust seit 1987. Einen großen Teil der Verluste holte er dann aber wieder auf. Gemessen in Punkten war es der größte Kursrutsch des US-Börsenbarometers aller Zeiten.
Notfall-Gremium arbeitet mit
Die Aufsichtsbehörden untersuchen nun, ob es einen Zusammenhang zwischen Kursverlusten bei Index-Derivaten und dem Einsatz von Stopp-Loss-Aufträgen gibt. Bei diesen Aufträgen werden Wertpapiere automatisch verkauft, wenn sie eine gewisse Schwelle unterschreiten.
Die Untersuchungen werden von einem Notfall-Gremium unterstützt, zu dessen Mitgliedern unter anderem der Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und die ehemalige CFTC-Chefin Brooksley Born gehören, die in ihrer Amtszeit versucht hatte, den Billionen-Markt mit Derivaten zu regulieren.
rts
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