Wirtschaft
Firmen empfinden es als immer schwieriger, Azubis zu finden. Oftmals hapere es an der Allgemeinbildung, heißt es.
Firmen empfinden es als immer schwieriger, Azubis zu finden. Oftmals hapere es an der Allgemeinbildung, heißt es.(Foto: picture alliance / dpa)

Wirtschaft beklagt Bildungsniveau: Ausbildungsreife mangelhaft?

Die Deutsch- und Mathekenntnisse der Schulabgänger haben sich verbessert. Doch gerade die sogenannten Soft Skills lassen laut Arbeitgebern zu wünschen übrig. Firmen müssten Jugendliche teils erst noch an eine Ausbildung "heranführen" - oder verzichten ganz.

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat die aus seiner Sicht oftmals schlechte schulische Allgemeinbildung bei Lehrstellenbewerbern beklagt. "Die mangelnde Ausbildungsreife vieler Bewerber macht es den Unternehmen immer schwieriger, die angebotenen Stellen zu besetzen", sagte er. Etwa jede vierte Lehrstelle wurde zuletzt mit einem Abiturienten besetzt. Kramers Einschätzung wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geteilt.

"In diesem Jahr gibt es zum sechsten Mal in Folge mehr unbesetzte Ausbildungsplätze als unversorgte Bewerber", sagte Kramer. Um dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen, engagierten sich die Unternehmen "schon heute stark, um auch schwächere Schüler zu fördern und an eine Ausbildung heranzuführen". Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze sei trotz vieler unbesetzter Stellen nahezu konstant geblieben.

Unzufriedenheit gestiegen

Nach der jüngsten Erhebung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) wurden zum Start des neuen Ausbildungsjahres am 1. Oktober gut 564.000 Lehrstellen angeboten, etwa 20.000 weniger als zuvor. Etwa 614.000 junge Leute hatten Interesse an einer Lehrstelle. Knapp 84.000 Bewerber gingen bei der Vergabe der Lehrstellen leer aus.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte der "Saarbrücker Zeitung", zwar seien die Bewerber für Ausbildungsplätze in Deutsch und Mathe etwas besser geworden. "Das trifft leider nicht auf ihre Sozialkompetenzen wie Teamfähigkeit oder Leistungsfähigkeit zu. Hier hat die Unzufriedenheit der Betriebe mit den Bewerbern sogar noch zugenommen."

Auch Schweitzer beklagte, dass derzeit nicht mehr genügend junge Menschen für eine duale Ausbildung zur Verfügung stünden. "Verstärkt wird dies durch den Trend zum Studium. Eltern sollten angesichts hoher Abbrecherquoten wissen: Für manche junge Leute ist eine Berufsausbildung die bessere Wahl."

Quelle: n-tv.de

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