Wirtschaft

ADAC-Preis hat ausgedient: Autokonzerne geben "Gelbe Engel" zurück

Der "Gelbe Engel" ist gefallen. Die Autohersteller wollen die einstige Trophäe nach dem Manipulationsskandal nur noch los werden. VW, BMW und Daimler machen ihre Drohung wahr und geben 40 der Auszeichnungen zurück. Wettbewerber ACE profitiert von der Krise.

Der ADAC räumt ein, die Zahl der Stimmen in der Preiskategorie Lieblingsauto manipuliert zu haben.
Der ADAC räumt ein, die Zahl der Stimmen in der Preiskategorie Lieblingsauto manipuliert zu haben.(Foto: dpa)

Wegen der Manipulationen beim ADAC-Autopreis wollen die Autokonzerne BMW, Daimler und Volkswagen in der kommenden Woche insgesamt 40 "Gelbe Engel" zurückgeben. "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der 'Gelbe Engel' des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren", sagte ein BMW-Sprecher der "Bild am Sonntag". Er kündigte die Rückgabe von zehn Preisen an.

Ähnlich sieht es bei VW aus: "Es handelt sich um 19 erste Preise und weitere Auszeichnungen, die in den nächsten Tagen dem ADAC zugestellt werden", sagte Peter Thul, Leiter Produktkommunikation bei Volkswagen dem Blatt. Daimler wolle elf Preise an den ADAC zurückgeben, berichtete die Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher.

Bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen hatte es massive Manipulationen gegeben. Laut einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte wurde bei der Wahl zum Lieblingsauto 2014 nicht nur die Teilnehmerzahl manipuliert, sondern auch die Rangfolge der Modelle. Es gebe zudem "klare Anhaltspunkte" dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden seien.

ACE: 30 Prozent mehr Neumitglieder

Der Auto Club Europa (ACE) profitiert offenbar von der Krise des skandalgeschüttelten ADAC. "Die Zahl der Neuzugänge ist deutlich, um knapp ein Drittel gestiegen", sagte der ACE-Vorsitzende Wolfgang Rose dem "Tagesspiegel". Normalerweise werbe der Autoclub, mit 580.00 Mitgliedern die Nummer drei in Deutschland, pro Woche zwischen 600 und 700 neue Mitglieder. "Aktuell sind es mehr als 1000", sagte Rose.

Die Skandale des ADAC seien das Ergebnis mangelnder interner Aufsicht, sagte der ACE-Vorsitzende: "Die Kontrolle hat versagt." Nicht nur für den ADAC gelte, "dass jede unkontrollierte Macht zu Missbrauch führt". Aufgeflogen seien die Manipulationen bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen lange nicht, "weil sich niemand getraut hat hinzuschauen und nachzufragen". Auch die Politik und die Medien hätten den ADAC hofiert.

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Quelle: n-tv.de

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