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Aktie geht auf Talfahrt: BP verzeichnet massiven Gewinneinbruch

Die niedrigen Ölpreise setzen dem Rohstoffriesen BP mächtig zu. Die Briten sind bereits auf Sparkurs und wollen Tausende Stellen streichen. Zudem fährt der Ölriese die Investitionen runter. Bei den Anlegern kommt das überhaupt nicht gut an.

Das Ergebnis des Ölkonzerns BP ist den Preisen für den Rohstoff mit nach unten gefolgt. Für das vierte Quartal meldete das Unternehmen auch wegen hoher Abschreibungen einen Milliardenverlust und kündigte weitere Stellenstreichungen an. Investoren sind entsetzt: Der Aktienkurs bricht ein.

Die sehr negativ aufgenommenen Zahlen der Londoner Gesellschaft sind ein Beleg für die Folgen der seit 20 Monaten kontinuierlich sinkenden Ölpreise für die Branche. Sie machen Gewinne zunichte und zehren Vermögenswerte auf. Der Preis für die Richtmarke Brent lag im vierten Quartal im Schnitt bei gerade einmal 44 US-Dollar je Barrel, das waren gut 40 Prozent weniger als in der Vorjahresvergleichszeit. Auch in den ersten Wochen des neuen Jahres ging es weiter abwärts. Ein Ende des Überangebots an Öl ist nicht in Sicht.

Im Berichtsquartal verbuchte BP einen Verlust zu Wiederbeschaffungskosten - eine dem Nettogewinn von US-Ölkonzernen vergleichbare Zahl - von 2,2 Milliarden Dollar nach 969 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr schrieb BP beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit minus 5,2 Milliarden Dollar tiefrote Zahlen. 2014 hatte der Konzern noch 8,1 Milliarden Dollar verdient. Die Belastungen, vor allem aus Abschreibungen im vierten Quartal auf Explorations- und Fördergeschäfte sowie Restrukturierungskosten, summierten sich auf 2,6 Milliarden Dollar.

Der Konzern drückt nun noch stärker auf die Kostenbremse und will bis Ende 2017 weitere 3000 Stellen im Bereich Raffinerie und Marketing streichen. Mitte Januar hatte BP bereits den Abbau von 4000 Jobs in seinem Geschäftsbereich Exploration und Produktion angekündigt.

"Wir bewegen uns weiter schnell, um BP an das sich verändernde Umfeld anzupassen", sagte Konzernchef Bob Dudley. Die Kosten hat der Konzern 2015 um 3,4 Milliarden Dollar gesenkt. Bis 2017 sollen sie insgesamt 7 Milliarden Dollar geringer ausfallen. Die Investitionen sollen sich in den kommenden beiden Jahren zwischen 17 und 19 Milliarden Dollar bewegen. "All das unterstreicht unsere Verpflichtung, unsere Dividende zu halten und dann den freien Cashflow und die Beteiligung der Aktionäre langfristig zu steigern", sagte Dudley.

Ausblick heruntergestuft

Investoren und Aktionäre wollen dem offensichtlich nicht so rechten Glauben schenken und reagieren am Dienstag zunächst verschreckt auf die Zahlen. Die Aktie büßt knapp 7 Prozent ein und zählt zu den schwächsten Werten im Stoxx-50.

Das Nachsteuerergebnis im vierten Quartal liegt mit 196 Millionen Dollar weit unter der Konsensprognose von 891 Millionen. Die Dividende von 10 Cent wurde zwar bestätigt, die Anleger dürften aber Zweifel an deren langfristiger Tragfähigkeit haben. Zusätzlich lastet die Herunterstufung des Ausblicks auf "negativ" durch die Ratingagentur S&P auf der Aktie.

Der Konkurrenz erging es zuletzt nicht besser. Auch der US-Ölkonzern Chevron hat im vierten Quartal Verluste geschrieben - wegen des schwachen Explorations- und Fördergeschäfts im Zuge des massiven Ölpreisverfalls. Am heutigen Dienstag informiert Exxon Mobil über das Schlussquartal.

Quelle: n-tv.de

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