Nur Schienengüterverkehr schwachBahn kommt in Fahrt
Die Deutsche Bahn schneidet im ersten Halbjahr besser ab als erwartet. Alle wichtigen Konzernsparten bis auf die Güterbahn können zum Gewinn beitragen. Sorgen bereitet dem bundeseigenen Konzern zudem der Klimawandel.
Die Deutsche Bahn hat in den ersten Monaten des Jahres besser verdient als von ihr selbst erwartet. Zwischen Januar und April habe der Gewinn bei fast 500 Millionen Euro gelegen, verlautete aus dem Konzern. Damit sei der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) um gut 25 Prozent über den des Vorjahreszeitraum geklettert und liege 20 Prozent über den eigenen Planungen. Hier mache sich vor allem der Sparkurs der vergangenen Monate, aber auch das Anziehen der Konjunktur bemerkbar.
Der Umsatz habe mit 10,5 Milliarden Euro ebenfalls über Plan gelegen, hieß es weiter. Zwischen Januar und April 2009 wurde noch fast eine Milliarde Euro weniger erlöst. Sorgen bereitet der Bahn aber der Klimawandel, der das Geschäft bereits jetzt erschwere.
Alle wichtigen Konzernsparten bis auf die Güterbahn konnten zum Gewinn beitragen: IC und ICE fuhren so trotz der Achsenprobleme, der Konjunkturkrise und der gestiegenen Arbeitslosenzahlen einen Gewinn ein. Mit fast 300 Millionen Euro machte erneut der Nahverkehr mehr als die Hälfte des Gewinns. Er profitiert von staatlichen Zuschüssen sowie den Aufträgen der Bundesländer und erwies sich als sehr stabil.
DB Schenker erholt sich
Die Logistiksparte DB Schenker (Schiff, Flugzeug, Lkw) wiederum spürte die anziehende Konjunktur besonders in der Schiffs- und Luftfracht und machte 60 Millionen Euro Gewinn. Hier wird den Kreisen zufolge schon im nächsten Jahr wieder das Transportniveau von 2008 erwartet, wenn auch die Preise noch stark unter Druck sind. Schenker Logistics ist einer der führenden Spediteure weltweit.
Einzig der Schienengüterverkehr blieb im Minus: Zwar zogen die Umsätze um etwa ein Fünftel auf 1,5 Milliarden Euro an. Die Sparte blieb aber in den roten Zahlen und verfehlte auch den Plan. Im Konzern hieß es, bei der Güterbahn habe man sich nicht rechtzeitig auf die anziehende Konjunktur eingestellt: Es fehle an Güterwagen, Loks und an einigen Stellen sogar am Personal, das zu schnell abgebaut worden sein. So leide auch die Pünktlichkeit massiv. Im April seien bei der Bahn insgesamt aber noch fast 7000 Mitarbeiter in Kurzarbeit gewesen, davon 6000 bei der Güterbahn.
Mehr Unwetter erwartet
Sorgen bereitet der Bahn zudem der Klimawandel. Man rechne in den nächsten Jahren mit kälteren Wintern und heißeren Sommern, was das System Bahn beeinträchtigen werde, hieß es in den Kreisen. Auch Unwetter würden vermehrt auftreten, was schon in den vergangenen Jahren beobachtet wurde. So habe sich die Zahl der Blitzeinschläge etwa in Oberleitungen deutlich erhöht.
Im vergangenen Winter hatte die Bahn zusätzlich zu den Problemen mit den Achsen im Fernverkehr stark mit vereisten Weichen und anderen Wintereinschränkungen zu kämpfen. Diese führten zu zahlreichen Zugausfällen.