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Nach dem Streik: Bahn wirft GDL Unternehmensschädigung vor

Der 50-stündige Streik der Lokführer ist zu Ende. Bundesweit fahren die Züge wieder. Allerdings kommt es vereinzelt weiter zu Behinderungen und Verzögerungen. Vor allem im Fernverkehr kann es am Vormittag noch Beeinträchtigungen geben.

Mit scharfen Worten hat die Bahn nach dem Ende des 50-stündigen Lokführerstreiks die Gewerkschaft GDL attackiert. Das Unternehmen habe bislang fünf Angebote vorgelegt, ohne dass sich die GDL bewegt habe, monierte Bahn-Vorstand Ulrich Weber im "Morgenmagazin". Er fordert die Gewerkschaft zu Gesprächen auf. Die Einladung stehe. Bewegungen seien nur in Gesprächen möglich. Mit ihren Streiks habe die Gewerkschaft das "Unternehmen beschädigt".

Am frühen Morgen war der Bahnverkehr nach dem längsten Lokführerstreik in diesem Jahr wieder angerollen. Seit 4.00 Uhr setzten die Lokführer die Züge wieder in Bewegung, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Bis etwa 9.00 Uhr könne es aber vereinzelt noch zu Verzögerungen und Ausfällen kommen. Die Züge seien wie das Personal aber größtenteils wieder am Einsatzort.

Ein Drittel des Verkehrs angeboten 

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Eine Bilanz will die Bahn in den Vormittagsstunden erstellen. "Wir konnten unseren Ersatzfahrplan aber gut fahren und konnten zumindest ein Drittel des Verkehrs anbieten", teilte eine Sprecherin mit. Reisende seien auf die Situation gut eingestellt gewesen, auch wenn die Züge am Sonntag zum Teil sehr voll gewesen seien. Die Auswirkungen des Streiks seien vor allem im Raum Leipzig und Halle, rund um Hannover sowie im Großraum Mannheim deutlich spürbar gewesen.

Im Güterverkehr waren die Lokführer seit Freitag, 15.00 Uhr, im Ausstand, im Personenverkehr seit Samstag, 2.00 Uhr. Am Wochenende waren rund 70 Prozent der Fernzüge ausgefallen, auch im Regionalverkehr fuhren die Züge nur nach einem Ersatzfahrplan.

Gespräche in den nächsten Tagen

Der 50-stündige Streik der Lokführer, zu dem die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aufgerufen hatte, hatte die Deutsche Bahn an einem ihrer verkehrsstärksten Wochenenden des Jahres getroffen: In sieben Bundesländern begannen die Herbstferien, in vier weiteren gingen sie zu Ende oder dauerten an.

Nach dem Tarifangebot der Bahn sollten die Lokführer eine dreistufige Einkommenserhöhung um insgesamt fünf Prozent bei einer Vertragslaufzeit von 30 Monaten bekommen. Bedingung der GDL für Tarifgespräche mit der Bahn ist es aber, neben den Lokführern auch für das übrige Zugpersonal wie Zugbegleiter oder Bordgastronomen zu verhandeln. Für diese Berufsgruppen führt die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) bisher die Gespräche. Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, kündigte eine siebentägige Streikpause ab Montag an. "Ich denke, dass wir über die nächste Woche reden und dass wir dort eine Pause einlegen von mindestens sieben Tagen."

Quelle: n-tv.de

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