Wirtschaft
Emilio Botín (1934-2014)
Emilio Botín (1934-2014)(Foto: Reuters)

Tod nach Herzinfarkt: Bank Santander trauert um Emilio Botin

Emilio Botín hat die Bank Santander zu einem der größten Geldinstitute der Eurozone gemacht. In Spanien genoss er hohes Ansehen. Unklar ist nun, ob seine Tochter Ana-Patricia neue Verwaltungsratschefin der Bank wird.

Der Verwaltungsratschef der spanischen Bank Santander, Emilio Botín, ist im Alter von 79 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Botín, der aus einem einstmals kleinen regionalen Geldhaus eine der größten Banken der Eurozone gemacht hatte, galt in Spanien als angesehene und einflussreiche Persönlichkeit. Zudem zählt die Familie Botín zu den größten Aktionären der Bank.

Der Board der Banco Santander will zeitnah zusammenkommen, um einen neuen Verwaltungsratschef zu bestimmen. Beobachter sagen, dass Emilio Botín gerne seine Tochter Ana-Patricia an der Spitze der Bank gesehen hätte. Ob seine Tochter, die das Geschäft in Großbritannien leitet, allerdings genug Unterstützer im Board der Bank hat, ist ungewiss. Sie würde dann in der vierten Generation als Chairman fungieren.

In einer Mitteilung an Investoren schreibt der Berenberg-Bank-Analyst Nick Anderson, Emilio Botín sei ein Legende gewesen. Er habe ein "überragendes" Händchen für Geschäfte gehabt und sein Tod markiere das "Ende einer Ära", so Anderson weiter. Emilio Botín wurde 1934 in Santander geboren, einer Kleinstadt an der Nordküste Spaniens und wichtiger Handelshafen der Region Kastiliens.

Zahlreiche Zukäufe

Die Familie Botín hat die Banco Santander seit des frühen 20. Jahrhunderts kontrolliert, seit sein Großvater Chairman der Bank war.
Emilio Botín wurde 1960 Mitglied im Board der Banco Santander und löste 1986 seinen Vater als Chairman ab. Emilio Botín, passionierter Golfspieler und geschickter Verhandlungsführer, machte sich die Regierunspläne zu Nutze, Fusionen im Bankensektor zu forcieren.

Der Zusammenbruch des größeren Wettbewerbers Banesto, der 1993 von Spanien verstaatlicht wurde, war seine Chance. In einer Auktion kaufte er das Kreditinstitut und baute die Größe der Santander durch weitere Übernahme in den Folgejahren stetig aus. Sein Händchen für Zukäufe war über die Grenze Spaniens hinaus bekannt. Im Jahr 2004 kaufte Santander die britische Bank Abbey National, ein seltener Schritt einer spanischen Bank auf diesen Markt. Auch zahlreiche Zukäufe in Südamerika gingen auf sein Konto.

Quelle: n-tv.de

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