Wirtschaft
La Caixa kauft Banco de Valencia - und der Staat bezahlt.
La Caixa kauft Banco de Valencia - und der Staat bezahlt.(Foto: REUTERS)

Banco de Valencia geht an La Caixa: Banken-Notübernahme in Spanien

Am Mittwoch soll der Geldbedarf der spanischen Banken feststehen. Davor kauft das drittgrößte Geldinstitut des Landes noch einen Wettbewerber auf. Der Deal wird vom spanischen Bankenrettungsfonds zudem noch mit einem Milliardenbetrag versüßt.

Spaniens Bankenkrise fordert ein weiteres Opfer: Das drittgrößte heimische Geldhaus La Caixa wird das verstaatlichte Institut Banco de Valencia kaufen, wie der Bankenrettungsfonds (Frob) mitteilte. Frob wird den Angaben zufolge Banco de Valencia eine Geldspritze von 4,5 Mrd. Euro verabreichen und das Institut dann für den symbolischen Betrag von einem Euro an La Caixa abgeben. Außerdem werde der staatliche Fonds über einen Zeitraum von zehn Jahren Verluste aus bestimmten Vermögenswerten von Banco de Valencia bis zu 72,5 Prozent übernehmen.

Das Institut gehört zu denen, die vom Platzen der Immobilienblase in Spanien am härtesten getroffen wurden. Ein im September vorgelegter unabhängiger Banken-Stresstest ergab, dass Banco de Valencia mit Milliardenhilfen gestützt werden muss, um den schweren Wirtschaftsabschwung zu überstehen. Ferner ging daraus hervor, dass La Caixa eine der wenigen spanischen Banken ist, die keinen Kapitalbedarf haben.

Der Test ist die Grundlage für die Berechnung der internationalen Hilfen, die Spanien für seine angeschlagenen Banken erhält. Der endgültige Bedarf soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Es wird damit gerechnet, dass er etwa 43,5 Mrd. Euro betragen wird. Die Summe läge damit deutlich unter den - von der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) - in Aussicht gestellten Krediten über 100 Mrd. Euro.

Banco de Valencia gehört zu den vier spanischen Banken, die derzeit verstaatlicht werden. Ferner zählen dazu Bankia, die selbstständig bleiben soll, sowie NovaGalicia und CatalunyaCaixa, die verkauft werden sollen. Der Rettungsfonds Frob billigte nun die Sanierungspläne für diese Institute. Bevor sie die europäischen Rettungsgelder bekommen, muss noch die EU-Kommission zustimmen. Laut Frob sind die Hilfen in der ersten Dezemberhälfte zu erwarten.

Quelle: n-tv.de

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