Wirtschaft
Fracking in Pennsylvania: Erdgas befindet sich nicht in Blasen, sondern in Gesteinsporen in Tiefen von bis zu 5.000 Metern oder mehr.
Fracking in Pennsylvania: Erdgas befindet sich nicht in Blasen, sondern in Gesteinsporen in Tiefen von bis zu 5.000 Metern oder mehr.(Foto: picture alliance / dpa)

Bohrungen werden leichter möglich: Berlin lenkt beim Gas-Fracking ein

Eigentlich sollte Fracking erst ab 3000 Metern Tiefe erlaubt sein. Nach Medienberichten will die Bundesregierung jetzt aber doch Probebohrungen bis zu dieser Tiefe zulassen. Ein entsprechendes Gesetz soll es noch dieses Jahr geben.

Die Bundesregierung hat sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auf einen Kompromiss zum umstrittenen Gas-Fracking geeinigt. Probebohrungen sollen demnach möglich sein, wenn ein Expertengremium aus sechs Wissenschaftlern keine Bedenken erhebt, wie der "Spiegel" berichtete.

Zudem soll die geplante Vorschrift gestrichen werden, nach der Fracking erst ab einer Tiefe von 3000 Meter erlaubt sein soll. Geplant sei, ein entsprechendes Gesetz noch in diesem Jahr durch den Bundestag zu bringen.

Beim Fracking werden Chemikalien eingesetzt, um das Gas aus Gesteinsschichten zu lösen. Umweltschützer wenden ein, das Grundwasser könne durch die giftigen Substanzen kontaminiert werden. Nach früheren Plänen sollte Fracking in Deutschland praktisch unmöglich gemacht werden. In den USA führte der Fracking-Boom zu niedrigen Energiepreisen, wovon auch die Wirtschaft profitiert. Allerdings ist die Branche mittlerweile durch stark fallende Ölpreise unter Druck geraten.

Laut "Spiegel" soll eine sechsköpfige Kommission aus Wissenschaftlern gebildet werden, die bei "absoluter Unbedenklichkeit" eine Probebohrung zulassen könnte. Nach Darstellung der Grünen bedeutet dies, dass Fracking unter Auflagen zulässig sein soll. Faktionsvize Oliver Krischer kritisierte, die Koalition setze sich damit über die breite Ablehnung in der Bevölkerung hinweg. Sie ignoriere die ablehnende Haltung in fast allen Bundesländern.

Bisher gibt es keine gesetzliche Regelung für die von Umweltschützern bekämpfte Technik. Bei der Förderung werden tiefe Gesteinsschichten unter Einsatz von Chemikalien aufgebrochen.

Quelle: n-tv.de

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