Samstag, 28. November 2009
Notenbank soll unabhängig bleiben: Bernanke wehrt sich
Für die US-Notenbank Fed geht es in diesen Tagen ums Ganze. Kommenden Mittwoch wird in einer Anhörung über die künftige Struktur der Finanzaufsicht beraten. Die Fed steht in der Kritik, weil sich die sich abzeichnende Immobilienkrise nicht habe kommen sehen. Notenbank-Chef Bernanke wehrt sich gegen eine Beschneidung seiner Kompetenzen.Wenige Tage vor seiner Anhörung hat US-Notenbank-Chef Ben Bernanke Kongressvorschläge zur Fed-Aufsicht ungewöhnlich deutlich kritisiert. Solche Maßnahmen gingen nicht mit dem weltweiten Konsens über die angemessene Rolle der Zentralbanken einher, schrieb Bernanke in einem Gastbeitrag für die Internet-Ausgabe der "Washington Post". Eine Überprüfung der geldpolitischen Entscheidungen der Fed könnte den Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung schaden. Durch sie würden die Prognosen für die Wirtschafts- und Finanzstabilität in den USA beeinträchtigt, schrieb Bernanke weiter.
Der Fed bläst im Kongress derzeit heftiger Wind entgegen. Kritiker werfen ihr unter anderem vor, die Immobilienblase am US-Häusermarkt nicht rechtzeitig erkannt zu haben. In seinem Beitrag räumte Bernanke ein, die Fed habe - wie andere Aufsichtsbehörden in der ganzen Welt - in der Phase, die zur Krise führte, besonders riskante Verhaltensweisen an den Märkten nicht erkannt. "Aggressive" Eingriffe der Notenbank hätten aber dabei geholfen, einen noch schlimmeren Zusammenbruch zu verhindern. "Die Fed hat eine bedeutende Rolle beim Stopp der Krise gespielt, und wir sollten danach streben, ihre Fähigkeit zur Förderung der Finanzstabilität und der Konjunkturerholung ohne Inflation zu bewahren und nicht zu vermindern."
Künftig nur noch Zinsentscheide
Im Bankenausschuss des US-Senats findet am Donnerstag eine Anhörung zur Bestätigung einer zweiten Amtszeit Bernankes statt. Der Vorsitzende des Ausschusses, Christopher Dodd, hatte kürzlich vorgeschlagen, den Einfluss der Fed auf die Festlegung des Zinssatzes zu beschränken. Ein Ausschuss des Repräsentantenhauses bewilligte vor kurzem eine Maßnahme, die die geldpolitischen Entscheidungen der Fed für Regierungsprüfungen zugänglich macht.
US-Präsident Barack Obama will als Konsequenz aus der Finanz- und Wirtschaftskrise die Finanzmarktaufsicht in den USA reformieren. Die Fed wiederum pocht auf ihre Unabhängigkeit.
mme/rts
Hintergründe zur Nachricht
Wirtschaft
-
Wie geht es weiter in Athen?
Dax vorsichtig optimistisch
-
"Viele sitzen auf Cash"
Anlegergemüt ist krisensicher
-
Kein "Armageddon", kein "Hurra"
Euro nimmt Fahrt auf
-
Blick nach vorn, nicht nach unten
Nikkei knapst an der 9000
-
Die Angst ist weg (vorerst)
Athener Ja beflügelt Dax
-
"Extremer Pessismismus" ist weg
Öl und Kupfer legen zu
-
BIP schrumpft unerwartet deutlich
Japan zittert vor Rezession
-
Brände und Straßenschlachten
Athen akzeptiert Sparauflagen
-
Schwere Krawalle in Athen
Griechenland nimmt Bedingungen an
-
Tränengas zieht bis ins Parlament
Krawalle begleiten Abstimmung in Athen
-
Die gleichen Fehler wie 1929
Soros hält Europapolitik für fatal
-
Lage angespannt, aber stabil
Gasengpässe in Süddeutschland

