Montag, 25. Januar 2010
Verlust abgewendet: Bertelsmann kriegt die Kurve
Es geht doch. Der größte europäische Medienkonzern Bertelsmann schreibt im schwierigen Jahr 2009 nach Lage der Dinge schwarze Zahlen. Vorstandschef Ostrowski verweist auf eine "kleine Jahresendrally".
Bertelsmann-Zentrale in Gütersloh.
(Foto: picture-alliance/ dpa)
Europas größter Medienkonzern Bertelsmann ist im abgelaufenen Jahr offenbar doch um den befürchteten ersten Verlust der Firmengeschichte herumgekommen. Das Unternehmen habe eine Gesamtkapitalrendite von zwei bis vier Prozent erzielt, erklärte Bertelsmann in Gütersloh in einer Mitteilung an seine Genussscheininhaber. Im Jahr 2008 waren es 4,12 Prozent gewesen. Allerdings werden bei der Berechnung der Kennziffer, die für die Dividende maßgeblich ist, Abschreibungen auf Firmenwerte nicht berücksichtigt.
Wegen der Werbekrise hatte Bertelsmann bereits im ersten Halbjahr 474 Mio. Euro auf seine Fernsehtöchter und die Druck-Beteiligung Prinovis abgeschrieben. Nach neun Monaten stand deshalb noch ein Verlust von knapp 250 Mio. Euro zu Buche.
Vorstandschef Hartmut Ostrowski hatte im Dezember aber davon gesprochen, ein Gewinn sei 2009 nicht auszuschließen. Er hatte ein mehr als 900 Mio. Euro schweres Sparprogramm aufgelegt. Zudem habe es im Fernseh-Geschäft eine "kleine Jahresendrally" gegeben, sagte Ostrowski. Zu Bertelsmann gehört unter anderem die international agierende RTL Group und die Mediengruppe RTL Deutschland mit n-tv.
Für den Genussschein 2001, den immer noch viele Mitarbeiter von Bertelsmann halten, stellte das Familienunternehmen eine Vollausschüttung von 15 Prozent auf den Grundbetrag in Aussicht. Im Sommer war das Papier angesichts von Befürchtungen über einen Ausfall der Ausschüttung oder sogar eine Verlustbeteiligung im Wert gefallen. Für den Genussschein von 1992, von dem es nur noch wenige Stücke gibt, liege die Ausschüttung voraussichtlich bei drei bis fünf (2008: 5,12) Prozent.
wne/rts
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