Wirtschaft
US-Präsident Obama unterschreibt den Budget Control Act.
US-Präsident Obama unterschreibt den Budget Control Act.(Foto: REUTERS)

Ratingagenturen malen schwarz: Bestnote für USA bleibt wackelig

Auch nach der Einigung im Schuldenstreit sind die USA nicht vor Herabstufungen durch die Ratingagenturen gefeit. S&P, Fitch und Moody's sehen den Kompromiss zwar derzeit im Einklang mit dem "AAA"-Rating. Für den mittelfristigen Ausblick malen sie allerdings schwarz. Sobald die Haushaltsdisziplin nachlässt, droht eine Herabstufung.

Auch nach dem Schuldendeal bleibt die Bonitäts-Spitzennote der USA in Gefahr. Die Ratingagentur Fitch hält zwar zunächst an ihrer "AAA"-Einstufung fest. Sie mahnte allerdings auf mittlere Sicht eine stärkere Schuldenreduzierung angesichts der schwachen Konjunkturentwicklung an. Sonst könne künftig eine Herabstufung drohen.

Davor haben bereits die größeren Agenturen Standard & Poor's (S&P) und Moody's gewarnt. Viele Finanzmarktteilnehmer hielten eine schlechtere Bewertung durch S&P für eine realistische Möglichkeit, sagte Analyst Gennadiy Goldberg von 4Cast Ltd. Die Vereinbarung zwischen Demokraten und Republikanern sieht lediglich Einsparungen von 2,1 Billionen US-Dollar vor. S&P und Moody's dagegen hatten vier Billionen US-Dollar als Grundlage genannt, um die Bestnote mit stabilem Ausblick behalten zu können.

Weitere Schritte müssen folgen

Fitch beurteilte den Schuldenkompromiss als Schritt in die richtige Richtung. Das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit der USA sei damit "extrem niedrig". Mittelfristig müssten die öffentlichen Schulden jedoch auf ein niedrigeres Niveau gesenkt werden. Denn die Konjunkturperspektiven der USA seien enttäuschend. Nach Einschätzung von Fitch-Experte David Riley wurden die Wachstumszahlen zuletzt überraschend deutlich nach unten korrigiert, was ein Grund zur Sorge sei. Er schloss nicht aus, dass Fitch deswegen eine Herabstufung der USA prüfen wird. "Es könnte einen Ratingschritt geben, der eine Korrektur des Ausblicks beinhalten könnte", sagte Riley.

An den Finanzmärkten ist die Einigung in Washington auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze sowie auf Ausgabenkürzungen mit Skepsis aufgenommen worden. Unter anderem wird befürchtet, dass der Sparkurs der Regierung die ohnehin schleppende US-Wirtschaft zusätzlich bremsen könnte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) dagegen begrüßte den Kompromiss. Dieser verringere die Unsicherheit an den Märkten und erhöhe die Glaubwürdigkeit der USA, erklärte die neue IWF-Chefin Christine Lagarde. Die geplanten Einsparungen seien wohldosiert und dürften das Wachstum nicht abwürgen.

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Quelle: n-tv.de

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