Wirtschaft

Wachstum gegen die KriseBloomberg kauft "BusinessWeek"

14.10.2009, 07:09 Uhr

Inmitten der weltweiten Medien- und Anzeigenkrise übernimmt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg das defizitäre Wirtschaftsmagazin "BusinessWeek".

Bloomberg
Die vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg kontrollierte Agentur ist einer der wichtigsten Konkurrenten von Thomson Reuters. (Foto: REUTERS)

Mit dem Kauf des seit 80 Jahren bestehenden Magazins will sich Bloomberg eine neue Zielgruppe erschließen und seinen Kundenstamm ausbauen, wie Bloomberg-Präsident Daniel Doctoroff mitteilte.

Einzelheiten zu dem Geschäft nannte er kaum. Nach einem Bericht der Onlineausgabe von "BusinessWeek" hat Bloomberg zwischen zwei und fünf Mio. US-Dollar an den Verlag McGraw-Hill Companies gezahlt. Unklar blieb, ob im Zuge der Übernahme Arbeitsplätze gestrichen werden sollen.

Wie viele andere Printmedien in den USA und Europa hat auch "Businessweek" mit sinkenden Anzeigeerlösen zu kämpfen. Im Juli entschied sich McGraw-Hill zum Verkauf des traditionsreichen Wirtschaftsmagazins. Neuer Leiter soll der frühere Chefredakteur des "Times"-Magazins Norman Pearlstine werden, der im vergangenen Jahr zu Bloomberg gegangen war und dort den Posten als "Chief Content Officer" übernommen hatte.

Bloombergs Kundenstamm für Finanznachrichten und Börseninformationen besteht vor allem aus den 300.000 Abonnenten seiner speziell zugeschnittenen Computer-Terminals. Damit ist die vom New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg kontrollierte Agentur einer der wichtigsten Konkurrenten von Thomson Reuters. Neben einer Reihe von kleineren Radio- und Fernsehsendern bringt Bloomberg auch das Magazin "Bloomberg Markets" heraus. Analysten schließen nicht aus, dass die Agentur beide Magazine fusionieren und im Zuge dessen Arbeitsplätze streichen könnte.

Quelle: rts