Freitag, 08. Januar 2010
Als wäre nichts gewesen: BoA zahlt Milliardenboni
Neuer Wirbel um überzogene Boni in der Finanzwelt: Die angeschlagene Bank of America stellt ihren Investmentbankern für das abgelaufene Jahr genauso hohe Extrazahlungen in Aussicht wie vor der Krise.Die zu erwartende Ausschüttung bewege sich nahe des Wertes von 2007, schreibt das "Wall Street Journal". Im Zuge der allgemeinen Erholung der Finanzbranche habe sich die Lage entspannt. Diese Erholung werde sich in den Boni niederschlagen, schreibt das Blatt weiter. Die Bank selbst ließ wissen, über die Bezahlung sei noch nicht endgültig entschieden.
Die Bank of America war von den US-Steuerzahlern mit 45 Mrd. Dollar (31 Mrd. Euro) vor dem Kollaps gerettet worden. Erst vor einem knappen Monat hatte das Institut seine Schulden beim Staat beglichen.
Milliarden vor, während und nach der Krise?
2008 hatte die BoA für 50 Mrd. Dollar die Investmentbank Merrill Lynch übernommen. Das Institut, das 2008 noch knapp 28 Mrd. Dollar Verlust eingefahren hatte, erwirtschaftete in den ersten drei Quartalen 2009 2,2 Mrd. Dollar Gewinn - rund ein Drittel des gesamten BoA-Überschusses.
2007 hatten allein die Investmentbanker von Merrill Lynch rund 5,8 Mrd. Dollar an Boni eingestrichen, und selbst für das Krisenjahr 2008 erhielten sie noch 3,6 Mrd. Dollar. Die Konzernführung stand deswegen massiv in der öffentlichen Kritik.
bad/dpa
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