Wirtschaft

Billionen Yen zur Stützung: BoJ wirft Geld auf den Markt

Der durch nach dem schweren Erdbeben bedrohte Geldmarkt zwingt die japanische Notenbank zum Handeln. Sie unterstützt ihn mit einer Summe von umgerechnet 62 Milliarden Euro. Auch weitere geldpolitische Lockerung wird erwogen. Allerdings liegt der Leitzins in Japan bereits bei null Prozent.

Ungewöhnliche Umstände zwingen Japans Notenbank zu ungewöhnlichen Maßnahmen.
Ungewöhnliche Umstände zwingen Japans Notenbank zu ungewöhnlichen Maßnahmen.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach dem verheerenden Tsunami und der drohenden Strahlenkatastrophe hat die japanische Notenbank den Geldmarkt mit sieben Billionen Yen (62 Milliarden Euro) unterstützt. Das war der größte Schritt der Bank of Japan (BoJ) seit der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa im Mai des vergangenen Jahres.

Notenbankchef Masaaki Shirakawa hatte bereits zuvor angekündigt, dem Bankensektor riesige Beträge zur Verfügung zu stellen. Damit will die Notenbank die Märkte stabilisieren. Der japanische Aktienmarkt verzeichnete am Montag heftige Verluste.

Wegen der schweren Naturkatastrophe berät die BoJ Kreisen zufolge über eine weitere geldpolitische Lockerung. Die Leitzinsen liegen in Japan bereits bei fast null Prozent. Experten zufolge hat die Notenbank deswegen wenige Optionen und sollte sicherstellen, dass den Geschäftsbanken das Geld nicht ausgeht, wenn viele Sparer Beträge abheben.

Keine Steuererhöhungen

Den Wiederaufbau nach dem verheerenden Erdbeben will das hoch verschuldete Japan ohne Steuererhöhungen stemmen. Das sagte Premierminister Naoto Kan nach einem Treffen mit Vertretern der Opposition.

Kan erwartet, dass Japan nun einen wirtschaftlichen Aufschwung erleben werde wie die Vereinigten Staaten unter dem "New Deal" von Präsident Franklin Delano Roosevelt in den dreißiger Jahren. Das Erdbeben werde schon bald durch den Wiederaufbau in den betroffenen Regionen große Nachfrage schaffen. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtete, forderte der Premier die Bevölkerung auf, die Wirtschaftslage weniger pessimistisch zu sehen.

Kans Prognose ist nach Einschätzung von Volkswirten nicht aus der Luft gegriffen. Sie verweisen auf den so genannten "Kobe-Effekt". 1995 hatte ein Erdbeben in der japanischen Stadt Kobe große Schäden angerichtet, der Ökonomie kurzfristig einen Dämpfer versetzt, dann aber mit der zusätzlichen Wiederaufbau-Nachfrage die Wirtschaft angekurbelt.

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Quelle: n-tv.de

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