Wirtschaft
Rubel im Fall: Zu Wochenbeginn war die russische Währung erheblich unter Druck geraten.
Rubel im Fall: Zu Wochenbeginn war die russische Währung erheblich unter Druck geraten.(Foto: REUTERS)

Truppenabzug auf der Krim?: Börsenhandel in Moskau erholt sich

Der Moskauer Aktienhandel kommt nach dem rabenschwarzen Wochenbeginn wieder auf die Beine. Für Entspannung sorgen Berichte über einen angeblichen Truppenrückzug Moskaus. Derweil stoppt die Zentralbank den Kauf von Fremdwährungen.

Nach dem Einbruch zu Wochenbeginn können sich die Börse in Moskau sowie er russische Rubel stabilisieren. Hintergrund sind Berichte, denenzufolge Russland seine an der Grenze zur Ukraine in Manövern befindlichen Truppen in die Kasernen zurückgerufen hat. Am Vortag war der Leitindex Micex noch um zwölf Prozent eingebrochen und auf den tiefsten Stand seit rund viereinhalb Jahren gefallen. Auch in Warschau notiert der Index WIG20 fester. In Budapest klettert der Leitindex Bux.

Auch der Rubel kann sich von den Tiefstständen vom Wochenbeginn etwas erholen. Zum Dollar war die Devise auf ein Allzeittief gefallen. Auch die überraschende Anhebung des Leitzinses durch die russische Notenbank konnte den Druck auf den Rubel zunächst nicht mildern.

Zentralbank ändert Interventionspolitik

Um die Volatilität der russischen Währung zu senken, habe die Notenbank zudem die Interventionspolitik geändert, merkt die Commerzbank an. So seien nun 1,5 Milliarden Dollar nötig, um den Handelskorridor des Rubel um fünf Kopeken zu verschieben. Zuvor seien dazu lediglich 350 Millionen Dollar nötig gewesen.

Der US-Dollar schwächt sich zum Rubel leicht auf 36,36 ab, nachdem er am Vortag noch auf ein Rekordhoch von 36,4979 Rubel geklettert war. Der Euro fällt wieder bis knapp an die Schwelle von 50 Rubel zurück, nachdem am Vortag noch Höchststände signifikant jenseits der Schwelle von 50 Rubel aufgerufen worden waren.

Darüber hinaus will Russland vorerst keine ausländischen Währungen mehr kaufen. "Wegen der aktuell hohen Volatilität an den Finanzmärkten" werde der Erwerb mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, teilte das Finanzministerium mit. Das Ministerium kann täglich Devisen im Gegenwert von 3,5 Milliarden Rubel (rund 70 Millionen Euro) erwerben, um einen der beiden staatlichen Reservefonds aufzufüllen, der mit Ölsteuern finanziert wird.

Leitzins angehoben

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Besonders bitter daran: Hauptziel des Aufbaus der eigenen Währungsreserven war es eigentlich, den bereits länger bestehenden Druck auf den Rubel zu lindern. Bereits vor dem Absturz am Montag verlor die russische Währung zum Dollar massiv an Wert - allein seit Jahresbeginn gut neun Prozent. Auf Jahressicht hat sich der Rubel um über 17 Prozent verbilligt.

Das Finanzministerium hatte am 20. Februar damit begonnen und aus Extra-Einnahmen seiner Öl- und Gasexporte ausländische Devisen im Wert von 3,5 Milliarden Rubel (rund 96 Millionen Dollar) gekauft, um den staatlichen Reservefonds aufzustocken. Bis Ende Mai wollte Russland für 212,2 Milliarden Rubel Fremdwährungen hinzukaufen.

Entgegen der Beteuerungen, dass der Rubel davon nicht negativ beeinträchtigt würde, war er im Februar doch stärker unter Druck geraten. Den weiteren Angaben des Finanzministeriums zufolge hat es in diesem Jahr bislang ausländische Währungen im Volumen von 38 Milliarden Rubel erworben.

Die Zentralbank des Landes hatte angesichts des Rubel-Absturzes am Montag ihren Interventionsmechanismus ändern müssen und für über 10,5 Milliarden Dollar Gold- und Devisenreserven verkauft. Zudem hatte sie überraschend den Leitzins um 1,5 Prozentpunkte angehoben, um Druck vom Rubel zu nehmen.

Quelle: n-tv.de

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