Wirtschaft
Eines der weltweit wichtigsten Finanzzentren: Die City of London.
Eines der weltweit wichtigsten Finanzzentren: Die City of London.(Foto: REUTERS)

Londons Banker freuen sich: Boni-Deckelung treibt das Gehalt

Die Europäische Union sagt exzessiven Boni den Kampf an und limitiert die hohen Banker-Prämien. Das Londoner Finanzzentrum reagiert empört. Doch die Branche findet eine Lösung, um die Einbußen der Betroffenen in Grenzen zu halten.

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Eigentlich wollte die Politik die Gehalts-Spirale der Banker stoppen - doch nun geht der Schuss offenbar nach hinten los: In Großbritannien haben zwei Drittel der Finanzdienstleister einer Umfrage zufolge die Gehälter ihrer Mitarbeiter im Schnitt um 20 Prozent erhöht – rechtzeitig bevor die Bonus-Obergrenze in der Europäischen Union in Kraft tritt.

Von 2014 dürfen Banker, die mehr als 500.000 Euro im Jahr verdienen, in der EU erfolgsabhängige Zahlungen nur noch in Höhe ihres Grundgehalts bekommen. Mit Zustimmung der Aktionäre können sie ihr Grundgehalt mit den Sonderzahlungen aber verdreifachen.

Die exzessiven Boni, die einigen Investmentbankern selbst in schlechten Jahren hohe zweistellige Millionengehälter bescherten, hatten die Politik auf den Plan gerufen. Die hohen Prämien gelten als eine Ursache der Finanzkrise. Sie sollen Banker animiert haben, viel zu große Risiken einzugehen.

Entwicklung wenig überraschend

Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen fürchten, ohne das üppige Gehaltsplus Mitarbeiter an ausländische Konkurrenten zu verlieren, wie es in der Umfrage von Robert Half Financial Services heißt. Zugleich zeigten sie sich aber besorgt, dass die steigenden Fixgehälter zu einer ungesunden Struktur der Personalkosten führen könnten.

Branchenexperten hatten die in der Umfrage aufgezeigte Entwicklung der Gehälter bereits vorausgesagt, weil die Banken versuchten, gegenüber US-Instituten im Kampf um die besten Mitarbeiter wettbewerbsfähig zu bleiben. Sie argumentieren, dass Erfolgsprämien im Prinzip nicht schlecht seien – und die Banken mit höheren Fixgehältern weniger flexibel reagieren könnten, wenn sie in schlechten Zeiten weniger verdienten.

Quelle: n-tv.de

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