Wirtschaft

Devisenkampf erreicht Südamerika: Brasilia plant Real-Eingriff

Der Streit um ungerechtfertige Vorteile durch künstlich niedrig gehaltene Landeswährungen weitet sich aus: Brasilien schert aus der Debatte aus und kündigt auf eigene Faust neue Maßnahmen an.

Wenn die Fed Geld pumpt, hilft das den Brasilianern gar nicht: Für Europäer wirken Real-Münzen dennoch sehr vertraut.
Wenn die Fed Geld pumpt, hilft das den Brasilianern gar nicht: Für Europäer wirken Real-Münzen dennoch sehr vertraut.(Foto: REUTERS)

Brasilien bereitet Regierungskreisen zufolge neue Maßnahmen zur Stützung der Landeswährung vor. Finanzminister Guido Mantega werde deswegen nicht am G20-Treffen in Südkorea teilnehmen, hieß es aus der Hauptstadt Brasilia. "Er fährt nicht, weil die Währung ihm Sorge bereitet", sagte ein Mitarbeiter des Finanzministeriums. Die Maßnahmen würden vermutlich bereits am Dienstag bekanntgegeben.

Ein zweiter Regierungsvertreter, der ebenfalls namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte, dass Mantega nicht zur G20 fahren werde. Die Währungsmaßnahmen könnten jederzeit eingeleitet werden. Die Finanzminister aus der Gruppe der 20 wichtigsten Industrienationen und aufstrebenden Schwellenländern (G20) treffen sich allerdings erst am 22. Oktober, um das Gipfeltreffen der Staatengruppe in Südkorea vorzubereiten. Das eigentliche G20-Treffen ist für den 11. November geplant.

Brasiliens Währung, der brasilianische Real, ist seit Ende Juni um mehr als acht Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch zum Dollar gestiegen. Experten haben angesichts der jüngsten Kursbewegungen vor einem Währungskrieg zwischen Industrie- und Schwellenländern gewarnt. Die frühzeitige Absage des brasilianischen Finanzministers kann vor dem Hintergrund der Terminlage als Signal gewertet werden, dass Brasilien nicht bereit ist, das eigene Vorgehen zu rechtfertigen.

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Quelle: n-tv.de

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