Wirtschaft
2015 schoss die Inflation auf 10,6 Prozent in die Höhe.
2015 schoss die Inflation auf 10,6 Prozent in die Höhe.(Foto: REUTERS)

Jahrhundert-Wirtschaftskrise: Brasiliens Inflation läuft aus dem Ruder

Was Europa kaum hat, darüber verfügt Brasilien derzeit in üppigem Maße: Inflation. Die Preise steigen immer schneller an, derzeit so stark wie zuletzt vor zehn Jahren. Gründe sind Steuererhöhungen, üppige Staatsausgaben und "El Nino".

In dem von einer tiefen Wirtschaftskrise erfassten Schwellenland Brasilien ufert die Inflation immer weiter aus. Im abgelaufenen Jahr schoss sie auf 10,6 Prozent in die Höhe, wie die Statistikbehörde IBGE mitteilte. Das ist der höchste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. 2014 lag sie bei 6,4 Prozent.

Steuererhöhungen, üppige Staatsausgaben und Kosten durch Schäden infolge des Klimaphänomens "El Nino" trieben die Teuerung nach oben. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um mehr als zwölf Prozent an. Die Währungshüter um Zentralbankchef Alexandre Tombini werden laut Experten am 20. Januar wahrscheinlich den Leitzins erhöhen, der derzeit bei 14,25 Prozent liegt. Die Notenbank will die Inflationsrate bis Ende des Jahres unter einem Wert von 6,5 Prozent drücken.

Schwerste Rezession seit mehr als 100 Jahren

Brasilien steckt in der tiefsten Rezession seit mehr als einem Jahrhundert. Hauptgrund dafür ist der Preisverfall am Rohstoff-Markt, etwa beim Öl. Zudem hat der größte Korruptionsskandal in der Geschichte des Landes um den Energiekonzern Petrobras das Vertrauen in die Wirtschaft erschüttert.

Das Parlament wird voraussichtlich im März über eine mögliche Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff entscheiden. Ihr wird vorgeworfen, Steuergesetze verletzt und Staatsfinanzen manipuliert zu haben, um ihren Wahlkampf zu finanzieren.

Quelle: n-tv.de

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