Wirtschaft
Der Offshore-Windpark "Baltic 2" in der Ostsee ging im vergangenen September in Betrieb.
Der Offshore-Windpark "Baltic 2" in der Ostsee ging im vergangenen September in Betrieb.(Foto: dpa)

1,2 Gigawatt Leistung: Briten bauen größten Windpark der Welt

Mehr als 100 Kilometer vor der britischen Küste entsteht der weltgrößte Offshore-Windpark. London gibt grünes Licht für das Projekt, das von einem dänischen Unternehmen realisiert wird.

Vor der Ostküste Großbritanniens soll bis 2020 ein 407 Quadratkilometer großer Windpark entstehen, der über eine Million britische Haushalte mit grünem Strom versorgen soll. "Hornsea Project One" werde der größte Windpark der Welt und koste mehr als zwei Milliarden Pfund (2,65 Mrd Euro), teilte der dänische Energiekonzern Dong Energy mit.

Die britische Regierung, die sich an der Finanzierung beteiligt, gab nun grünes Licht für das Projekt. Die Leistungskapazität des Windparks, der rund 120 Kilometer vor der Küste der Grafschaft Yorkshire entstehen soll, beläuft sich planmäßig auf 1,2 Gigawatt. Die 174 Turbinen mit einer Höhe von 190 Metern kommen nach Angaben von Dong Energy von Siemens. In der Nordsee bauen die Dänen zudem mit "Gode 1 und 2" einen der größten deutschen Windparks.

Neue Probleme bei Riffgat

Beim Offshore-Windpark Riffgat nordwestlich der Insel Borkum gibt es dagegen erneut Probleme. Nach kostspieligen Verzögerungen bis zum Netzanschluss Anfang 2014 liefern die 30 Windräder seit Ende November keinen Strom. Grund sei ein unbekannter Defekt in dem 50 Kilometer langen Seekabel, sagte ein Sprecher des Netzbetreibers Tennet.

Vor der Reparatur des Kabels müsse das angrenzende Seegebiet erneut auf Munitionsreste abgesucht werden. Dies hatte bereits 2013 zu Verzögerungen beim Bau geführt. Tennet rechnet bis Ende April mit dem Abschluss der Arbeiten. Der Kabelhersteller hat zwar die schadhafte Stelle geortet. Solange die Schadensursache aber nicht feststeht, ist auch unklar, wer die Reparaturkosten trägt.

Der Windpark liefert mit einer gerechneten Gesamtleistung von 108 Megawatt Strom für rund 120.000 Haushalte. Betreiber können für ausgefallene Stromerträge eine Entschädigung nach dem Energiewirtschaftsgesetz geltend machen.

Ende 2015 waren in Deutschland insgesamt 792 Offshore-Anlagen mit einer Gesamtleistung von fast 3295 Megawatt am Netz - ein Plus von 225 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weitere 41 Anlagen mit 246 Megawatt Leistung seien 2015 zwar vollständig errichtet worden, aber noch nicht angeschlossen. Hinzu kämen 122 Fundamente für Neu-Anlagen, hieß es.

Quelle: n-tv.de

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