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Frankreich schwächer als erwartet: Brüssel senkt Prognosedaumen

Frankreich kann für dieses Jahr das Thema Wirtschaftswachstum wohl in den Wind schreiben. Die EU-Kommission erwartet in ihrer Prognose sogar ein leichtes Minus. Das ist ein weiterer Tiefschlag für Staatspräsident Hollande. Für Zypern erwartet Brüssel einen regelrechten Einbruch.

Frankreichs Staatschef Hollande plagen derzeit miese Umfragewerte.
Frankreichs Staatschef Hollande plagen derzeit miese Umfragewerte.(Foto: dpa)

Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Frankreich gesenkt: In diesem Jahr schrumpft die Wirtschaftskraft der zweitgrößten Volkswirtschaft des Euroraums demnach um 0,1 Prozent, bevor sie 2014 wieder um 1,1 Prozent wachsen soll. Im Februar hatte die EU-Kommission noch erwartet, dass Frankreichs Wirtschaft in diesem Jahr um 0,1 Prozent wächst, im kommenden Jahr dann um 1,2 Prozent. Diese Zahlen bedeuten weiteren heftigen Gegenwind für den französischen Staatschef Francois Hollande.

Gegen die EU-Defizitvorgabe von 3,0 Prozent der Wirtschaftskraft verstößt Frankreich in diesem und im kommenden Jahr mit Defiziten von 3,9 und 4,2 Prozent den Erwartungen aus Brüssel zufolge deutlich. Der Schuldenstand wächst demnach von 90,2 Prozent im vergangenen Jahr schrittweise auf 96,2 Prozent im Jahr 2014. Die EU-Kommission will Frankreich eine Überschreitung der EU-Defizitgrenze nicht nur dieses, sondern auch kommendes Jahr erlauben. Ein Aufschub zur Reduzierung des "übermäßigen Defizits" um zwei Jahre sei sinnvoll, sagte Währungskommissar Olli Rehn.

Die Brüsseler Kommission senkte auch den Ausblick für das Wachstum in der gesamten Eurozone. In diesem Jahr erwartet die Kommission ein Schrumpfen der Wirtschaftskraft in der Währungsunion von 0,4 Prozent, bevor es 2014 wieder ein Wachstum von 1,2 Prozent geben soll. Im Februar hatte ihre Prognose noch nach einem geringeren Minus von 0,3 Prozent in diesem Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent im kommenden Jahr vorgesehen.

"Nach der Rezession, die das Jahr 2012 geprägt hat, wird eine Stabilisierung der Wirtschaft in der EU in der ersten Hälfte 2013 erwartet", erklärte die EU-Kommission. "Das Wirtschaftswachstum wird erwartungsgemäß schrittweise positiv in der zweiten Jahreshälfte, bevor es 2014 etwas an Zugkraft gewinnt."

Die Entwicklungen in den einzelnen Euro-Ländern sind jedoch sehr unterschiedlich: Für Deutschland erwartet die EU-Kommission in diesem und im kommenden Jahr ein Wachstum von 0,4 beziehungsweise 1,8 Prozent. Im Krisenland Zypern soll die Wirtschaftsleistung hingegen in den beiden Jahren um insgesamt 12,6 Prozent einbrechen. In Griechenland erwartet die EU-Kommission nach einem Minus in diesem und somit im sechsten Jahr in Folge (minus 4,2 Prozent) für das kommende Jahr eine Rückkehr zum Wachstum mit 0,6 Prozent.

Arbeitslosenzahlen steigen

Während die Arbeitslosigkeit im Eurozonen-Durchschnitt von 12,2 Prozent in diesem Jahr der Prognose zufolge leicht auf 12,1 Prozent im kommenden Jahr sinken soll, muss sich Frankreich auf eine Zunahme der Arbeitslosigkeit einstellen: Die Quote steigt demnach von 10,6 Prozent in diesem auf 10,9 Prozent im Jahr 2014.

Mit einem Anwachsen der Arbeitslosigkeit müssen unter anderem auch die Krisenländer Zypern und Portugal rechnen. Auch in Italien soll die Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent in diesem auf 12,2 Prozent im kommenden Jahr zunehmen. In Griechenland und Spanien erwartet die EU-Kommission hingegen für 2014 erstmals seit Jahren einen Rückgang der Arbeitslosenquote.

Quelle: n-tv.de

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