Wirtschaft
Warren Buffett beim alljährlichen Aktionärstreffen in Omaha.
Warren Buffett beim alljährlichen Aktionärstreffen in Omaha.(Foto: REUTERS)

84-jährige Investmentlegende: Buffett kürt Nachfolger

Warren Buffett gilt als einer der erfolgreichsten Anleger aller Zeiten. Wegen seines hohen Alters stellt sich seit längerem die Frage nach einem Nachfolger. Der Großinvestor ist nun fündig geworden.

Die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat einen Nachfolger für die Investorenlegende Warren Buffett gefunden. Der 84-Jährige versicherte  unter der Überschrift "Die nächsten 50 Jahre bei Berkshire" in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre: "Wir haben die richtige Person, um mich als Chef zu ersetzen - einen Nachfolger, der den Job an dem Tag übernehmen kann, nach dem ich gestorben oder abgetreten bin."

Konkreter wurde Buffet nicht, doch sein Stellvertreter, Charles Munger, nannte Namen. Er selbst kommt angesichts seines hohen Alters von 91 Jahren  nicht als Nachfolger in Frage. Mit Greg Abel und Ajit Jain gebe es Kandidaten, für die der Begriff "Weltklasse" wohl noch untertrieben sei, so Munger. Beide sind langjährige Berkshire-Spitzenmanager, Jain kümmert sich um das wichtige Rückversicherungsgeschäft und Abel um die Energiebeteiligungen. Analysten hatten Jain und Abel schon länger als aussichtsreiche Kandidaten auf dem Zettel.

2015 ist für Buffett und Berkshire ein Jubiläumsjahr. Seit 1965 führt er die Investmentgesellschaft, die heute 363 Milliarden Dollar wert ist. Zu dem Konglomerat gehören über 80 Firmen - von großen Versicherern über eine Frachteisenbahn bis hin zu Zeitungen. Zuletzt lief es mit den Investments allerdings etwas schlechter als es die verwöhnten Aktionäre gewohnt sind. Der Gewinn von Berkshire Hathaway fiel im vierten Geschäftsquartal um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 4,16 Milliarden Dollar, wie aus dem am Sonnabend veröffentlichten Finanzbericht hervorgeht. Doch Buffett hat sein glückliches Händchen für Finanzanlagen nicht verloren: Im gesamten Jahr 2014 stieg der Profit bei Berkshire um zwei Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar. Und bei Anlegern genießt der Multimilliardär mit Vorliebe für US-Konzerne wie Coca-Cola oder IBM ohnehin Kultstatus. Die Berkshire-Aktie stieg 2014 um 27 Prozent.

Jüngst hatte Buffett seine Fühler auch nach Deutschland ausgestreckt. Vor etwa zwei Wochen übernahm Berkshire die Hamburger Firma Louis, einen Händler für Motorradzubehör. "Wir interessieren uns auf jeden Fall dafür, weitere deutsche Unternehmen zu kaufen", sagte Buffett danach dem "Handelsblatt". "Deutschland ist ein großartiger Markt." Vor allem Familienunternehmen hat Buffett im Visier.

Buffett selbst gehört zu den reichsten Menschen der Welt und ist im beschaulichen Omaha im US-Bundesstaat Nebraska zu Hause. Da er bei seinen Zukäufen oft ein gutes Händchen hatte - was ihm den Spitznamen "Orakel von Omaha" einbrachte - ist seine Nachfolge für Berkshires Teilhaber elementar. Spätestens seit bei Buffett 2012 Prostata-Krebs diagnostiziert wurde, wird darüber auch offen gesprochen. Doch Buffett legte sich nie fest.

Quelle: n-tv.de

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