Wirtschaft

Milliardeneinstieg bei Bank of America: Buffett nutzt Gunst der Stunde

Warren Buffett sorgt an der Wall Street für einen Paukenschlag: Für fünf Mrd. US-Dollar steigt die Investorenlegende bei der angeschlagenen Bank of America ein. Der Aktienkurs schießt daraufhin förmlich durch die Decke. Seine Beteiligung in unsicheren Zeiten lässt sich Buffett ordentlich entlohnen.

(Foto: REUTERS)

US-Großinvestor Warren Buffett beteiligt sich mit fünf Mrd. US-Dollar an der Bank of America. Die Börsen weltweit werteten dies als Vertrauensbeweis Buffetts in die Finanzwirtschaft und legten nach der Ankündigung kurzzeitig zu.

"Die Bank of America ist ein starkes, gut geführtes Institut", begründete Buffett den Einstieg seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway in die Bank. Die Nachricht löste an den Aktienmärkten beiderseits des Atlantiks Kursgewinne aus.

Dicke Dividende

Buffetts Unternehmen Berkshire Hathaway kauft 50.000 Vorzugsaktien zu je 100.000 US-Dollar. Für sein Investment erhält Buffett eine jährliche Dividende von 6 Prozent. Sollte die Gewinnausschüttung der Bank einmal zu niedrig ausfallen, um diese Dividendenzahlung zu bedienen, werden die Ansprüche in den nachfolgenden gewinnbringenden Jahren nachgezahlt. Die Aktien können von der Bank jederzeit mit einem Aufschlag von 5 Prozent zurückgekauft werden.

Zudem erhält Berkshire Hathaway Optionen auf den Kauf von 700 Mio. stimmberechtigten Stammaktien zum Stückpreis von rund 7,14 US-Dollar. Der letzte Schlusskurs der Bank of America vor Bekanntgabe von Buffetts Einstieg lag bei 6,99 US-Dollar. Die Kaufoption gilt für zehn Jahre.

Erst Ende 2010 hatte Buffett nach mehreren verlustreichen Jahren seine Beteiligung an der Bank of America verkauft. Noch im Herbst des vorigen Jahres war er mit 5 Mio. Aktien bei der Bank investiert. Insgesamt hatte sich Berkshire Hathaway für dreieinhalb Jahre an der Bank of America beteiligt. In dieser Zeit hatten die Aktien zwei Drittel ihres Wertes verloren.

Retter der Banken

Buffett hatte in der Finanzkrise der Investmentbank Goldman Sachs mit einer ebenfalls 5 Mrd. Dollar schweren Geldspritze geholfen und damit sein Vertrauen in das Geldhaus demonstriert. Die "gute Tat" ließ sich der gewiefte Investor mit üppigen Zinsen von rund zehn Prozent vergüten. Bei der Rückzahlung in diesem Jahr wurde zudem ein Aufschlag fällig. Buffett ist außerdem der größte Anteilseigner bei der US-Bank Wells Fargo.

Die Bank of America ist derzeit der größte Sorgenfall unter den US-Kreditinstituten. Sie hatte in der Finanzkrise den großen Immobilienfinanzierer Countrywide übernommen. Das erwies sich jedoch als schwerer Fehler, weil Countrywide Kredite viel zu lax vergeben hatte und Hausbesitzer reihenweise ihre Raten nicht mehr zahlen können. Deshalb muss sich die Bank of America nun mit Verlusten herumschlagen.

Im zweiten Quartal verbuchte das Institut ein Rekordminus von 9,1 Mrd. Dollar. Hauptverantwortlich dafür waren windige Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit, für die die Bank nun auch Schadensersatz zahlen muss. Zuletzt tauchten zudem immer mehr Zweifel am Zustand des Kreditportfolios auf. Hinzu kam eine weitere milliardenschwere Schadensersatzklage des Versicherungskonzerns AIG.

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Quelle: n-tv.de

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