Wirtschaft
Knapp 65.000 Pistolen sollen nach Kolumbien geliefert worden sein - laut Medienberichten ohne Genehmigung.
Knapp 65.000 Pistolen sollen nach Kolumbien geliefert worden sein - laut Medienberichten ohne Genehmigung.(Foto: picture alliance / dpa)

Verdacht auf illegale Geschäfte: Bundesamt stoppt Exporte von Sig Sauer

Nach Berichten über mutmaßlich illegale Waffengeschäfte mit Kolumbien gibt es für Sig Sauer nun wohl erste Konsequenzen: Seit Anfang Juli gilt für das Unternehmen ein Exportstopp, wie Medien berichten. Auch in andere Länder soll illegal geliefert worden sein.

Deutschlands Exportkontrolleure haben laut einem Medienbericht erste Konsequenzen aus den mutmaßlich illegalen Waffenlieferungen der Firma Sig Sauer nach Kolumbien gezogen. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" stoppte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Anfang Juli die Bearbeitung sämtlicher Ausfuhranträge des Unternehmens aus dem schleswig-holsteinischen Eckernförde.

Das Amt leitete demnach ein "Zuverlässigkeitsprüfungsverfahren" ein. Dabei werde untersucht, ob die Firma ein zuverlässiger Exporteur sei.

Zuvor hatten "SZ", NDR und WDR berichtet, wie das Unternehmen offenbar die Behörden getäuscht hat, um über die USA illegal Pistolen nach Kolumbien zu liefern. Sig Sauer steht zudem im Verdacht, ohne die nötigen Genehmigungen Waffen nach Kasachstan geliefert zu haben.

Kolumbien hat ab 2006 über das US-Verteidigungsministerium knapp 65.000 Pistolen vom Typ SP 2022 für 28,6 Millionen Dollar - umgerechnet rund 21 Millionen Euro - gekauft, die für den US-Markt bestimmt waren.

Den Medien zufolge war auf den Ausfuhrpapieren versichert worden, dass die Pistolen für den Zivilmarkt in den USA bestimmt seien. Abgestempelt waren die Dokumente vom US-Justizministerium. Es waren demnach offenbar falsche Angaben. Interne Mails deuten darauf hin, dass die Sig-Sauer-Mitarbeiter das wussten. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat aufgrund der Medienberichte Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: n-tv.de

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