Wirtschaft
Jens Weidmann weist auf die strukturellen Ursachen der Krise hin.
Jens Weidmann weist auf die strukturellen Ursachen der Krise hin.(Foto: REUTERS)

Höchster Gewinn seit sechs Jahren: Bundesbank erfreut den Finanzminister

Gute Nachricht für Bundesfinanzminister Schäuble: Ein warmer Geldregen prasselt auf sein Ministerium herab. Die Bundesbank weist nämlich einen ordentlichen Überschuss aus. Die Rückstellungen greift das Geldinstitut nicht an.

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Die Entspannung der Euro-Schuldenkrise hat der Bundesbank den höchsten Gewinn seit 2008 beschert. 4,6 Milliarden Euro Überschuss überweist die Notenbank an den Bundesfinanzminister. Das ist fast siebenmal so viel wie im Vorjahr (664 Millionen Euro).

Das Ergebnis liegt deutlich über den Erwartungen der Bundesregierung, die in ihren aktuellen Haushaltsplanungen von mindestens 2,5 Milliarden Euro Bundesbankgewinn für 2013 ausging. Der Gewinn der Notenbank wird laut Gesetz in voller Höhe an den Bund abgeführt.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erklärte, der Überschuss sei vor allem deshalb so deutlich gestiegen, weil sich die Euro-Schuldenkrise etwas entspannt habe. So seien etwa die Bestände riskanter Staatsanleihen aus Euro-Krisenländern in den Bilanzen der Notenbanken zurückgegangen.

"Die notwendigen Anpassungsprozesse in den von der Krise besonders betroffenen Ländern sind erkennbar vorangekommen, das Vertrauen kehrt allmählich zurück", betonte Weidmann. Unter dem Strich habe es daher keinen Bedarf für weitere Risikovorsorge gegeben.

Krise noch nicht überwunden

Allgemeine Entwarnung wollte der oberste Bundesbanker dennoch nicht geben: Eine Auflösung der in den vergangenen Jahren auf 14,4 Milliarden Euro angeschwollenen Rückstellungen der Bundesbank sei nicht angebracht. "Um die Krise und ihre tiefer liegenden strukturellen Ursachen tatsächlich dauerhaft zu überwinden, sind weiterhin erhebliche Anstrengungen und ein langer Atem nötig", befand Weidmann.

Die Risiken von Preis- und Lohnrückgängen auf breiter Front sieht Weidmann im Euroraum für sehr begrenzt. "Gegen ein solches Szenario spricht, das ungefähr zwei Drittel der gegenwärtigen Rückgangs der Inflationsrate auf die Preisentwicklung von Energie und unverarbeiteten Lebensmitteln zurückzuführen ist", sagte Weidmann weiter. Zudem sei die niedrige Inflationsrate von zuletzt 0,8 Prozent im Euroraum eine Folge der Anpassungsprozesse in den Krisenländern. Diese seien aber nötig, um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit in den Krisenländern zu verbessern und die jeweiligen Staatsfinanzen zu sanieren.

Wichtigste Quelle des Bundesbankgewinns waren trotz Leitzinsen auf Rekordtief wie in den Vorjahren die Zinserträge. Allerdings sank der Nettozinsertrag binnen Jahresfrist von 8,3 Milliarden auf 5,6 Milliarden Euro.

Der Wert des Bundesbank-Goldes verringerte sich wegen gesunkener Marktpreise deutlich: Zum Bilanzstichtag Ende Dezember stand das Edelmetall mit rund 95 Milliarden Euro in den Büchern der Notenbank - das waren fast 43 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das wirkt sich allerdings nicht auf den Bundesbank-Gewinn aus. Die Bundesbank ist derzeit dabei, Goldbarren aus New York und Paris in heimische Tresore zu verlagern. Bis spätestens 2020 soll die Hälfte des Goldschatzes von fast 3400 Tonnen in Deutschland untergebracht sein.

Quelle: n-tv.de

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