Wirtschaft
China wächst jährlich immer noch etwa um die Größe der jährlichen Schweizer Wirtschaftsleistung.
China wächst jährlich immer noch etwa um die Größe der jährlichen Schweizer Wirtschaftsleistung.(Foto: REUTERS)

Schwächstes Wachstum seit Jahren: Bundesbank hält China-Angst für übertrieben

China wächst so langsam wie seit dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise nicht mehr. Das schürt bei der Exportnation Deutschland Ängste. Doch laut Bundesbank wird die Rolle Chinas für die deutsche Wirtschaft überschätzt.

Laut der Bundesbank sind die Sorgen vor spürbaren Auswirkungen des schwächeren chinesischen Wachstums auf Deutschland übertrieben. Erst bei einem dramatischen Einbruch der chinesischen Wirtschaft ist nach Berechnungen der Bundesbank mit einem Dämpfer für die deutsche Konjunktur zu rechnen.

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So würde etwa ein um vier Prozentpunkte niedrigeres Wachstum im Reich der Mitte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um etwa einen Viertel Prozentpunkt schmälern, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel. "Ein solcher Einbruch ist zurzeit aber nicht zu erwarten", fügte er hinzu. Nagel zufolge dürften die asiatischen Nachbarländer wegen ihrer Nähe und wirtschaftlichen Verflechtung stärker von negativen Auswirkungen betroffen sein.

Jährlich eine neue Schweiz

"Wir sehen eine deutliche Korrektur im Industriesektor, bei dem nun mehr Überkapazitäten abgebaut werden", sagte Nagel. Deutsche Exporteure und Produzenten vor Ort würden das bestätigen. Geringere Wachstumsraten seien für Schwellenländer typisch, wenn in ihrem Aufholprozess das Pro-Kopf-Einkommen steige. Selbst ein Wirtschaftswachstum von sieben Prozent in China entspreche immer noch einem Zuwachs im Umfang des jährlichen Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Schweiz.

China ist nach den USA die zweitgrößte Volkswirtschaft. Die Bedeutung des Landes für den Welthandel hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen - etwa zehn Prozent der weltweiten Warenimporte gehen mittlerweile in die Volksrepublik. Doch seit einiger Zeit hat die Konjunkturlokomotive deutlich an Zugkraft eingebüßt. Die Regierung in Peking ist dabei, die Wirtschaft umzubauen und nimmt dabei auch geringeres Wachstum in Kauf.

Im dritten Quartal legte die Wirtschaftsleistung lediglich um 6,9 Prozent zu. Chinas Führung warnte zuletzt vor übertriebenen Erwartungen. Das für das Gesamtjahr 2015 angepeilte Wirtschaftswachstum von rund sieben Prozent sei nicht einfach zu erreichen.

Quelle: n-tv.de

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