Wirtschaft

D-Mark in Kellern, Kissen und Kisten?: Bundesbank vermisst Milliarden

Es muss mehr sein als reine Liebhaberei: Die Experten der Bundesbank gehen davon aus, dass die Deutschen nach wie vor auf mehreren Milliarden D-Mark sitzen. Wo sich das Geld befindet, und ob es mit Absicht aufbewahrt wird, wissen die Banker nicht. Den meisten Eigentümern geht es wohl ähnlich.

In Filialen der Textileinzelhandelskette C&A konnten Kunden ab Ende 2004 wieder mit Mark zahlen. Nur das Wechselgeld gaben die Kassierer in Euro raus. Pro Monat nahm der Konzern 2009 eigenen Angaben zufolge noch Summen zwischen 150.000 und 200.000 D-Mark ein.
In Filialen der Textileinzelhandelskette C&A konnten Kunden ab Ende 2004 wieder mit Mark zahlen. Nur das Wechselgeld gaben die Kassierer in Euro raus. Pro Monat nahm der Konzern 2009 eigenen Angaben zufolge noch Summen zwischen 150.000 und 200.000 D-Mark ein.(Foto: picture alliance / dpa)

Knapp neun Jahre nach Einführung des Euro-Bargeldes sind noch immer Milliarden von D-Mark im Umlauf. Nach Angaben des Bundesverbands der deutschen Banken (BdB) verfügten die deutschen Haushalte zum Stichtag Ende 2009 rein rechnerisch noch über insgesamt rund 13,6 Mrd. Mark (rund sieben Mrd. Euro).

Der Verband berief sich dabei auf Erhebungen der Bundesbank. Deren Angaben zufolge sind 6,6 Mrd. Mark noch in Form von Banknoten im Umlauf, knapp 7 Mrd. Mark als Münzen. Welcher Anteil davon tatsächlich bewusst in der Hoffnung auf andere Zeiten aufbewahrt wird oder welche Summen in alten Sparstrümpfen, Schatzkisten oder verlassenen Dachböden vor sich hin altern, darüber konnten die Experten erwartungsgemäß keine Aussage treffen. 

Der Wechsel in die Gemeinschaftswährung bleibt auch Jahre nach der Euro-Einführung weiterhin möglich: Sollten Verbraucher noch auf Bestände alter Mark-Scheine und -Münzen stoßen, könnten diese unproblematisch in den Filialen der Bundesbank in Euro umgetauscht werden, teilte der BdB mit. Als Beispiel nannte der Bankenverband zufällige Funde beim Aufräumen oder bei einem Umzug.

Vorsicht beim Umtauschen

Für 1,95583 D-Mark bekommen Alt-Währungshalter demnach exakt einen Euro - wie damals bei der Einführung der Gemeinschaftswährung. Der Umtausch sei unbegrenzt möglich und bleibe kostenfrei, hieß es. Die Bundesbank unterhält mehrere Dutzend Filialen in größeren Städten. Private Kreditinstitute nehmen die alte Währung in der Regel nicht mehr an. 

Auch ältere D-Mark-Noten könnten eingetauscht werden, teilte der BdB mit. Allerdings sollten Besitzer sich den Schritt gut überlegen: Manche Geldscheine seien mittlerweile teils begehrte Sammlerobjekte. Dies gelte etwa für gut erhaltene, "möglichst bankfrische" Exemplare aus den ersten Jahren der D-Mark. Für diese könnten könnten im Fachhandel und bei Auktionen gute Preise erzielt werden, teilte der BdB mit.

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Quelle: n-tv.de

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