Wirtschaft
Verhüllte Wachstumsträume: Deutsche Autobauer leiden unter den Konjunktursorgen Chinas.
Verhüllte Wachstumsträume: Deutsche Autobauer leiden unter den Konjunktursorgen Chinas.(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Boommarkt mit Wachstumssorgen: China bremst deutsche Autobauer aus

Lange fahren die deutschen Autobauer in China auf der Überholspur. Doch damit ist es vorbei. Der Einbruch, der sich nun abzeichnet fällt heftiger aus als befürchtet.

Die schwächelnde Konjunktur in China und anderen wichtigen Schwellenländern bremst das Wachstum der deutschen Autobauer aus. Während die Automärkte in Russland und Brasilien schon länger in der Krise sind, schrumpfte der Absatz der deutschen Hersteller im Reich der Mitte im zweiten Quartal um sechs Prozent, wie aus einer Untersuchung der Unternehmensberatung Ey hervorgeht. Damit entwickle sich der wichtige Wachstumsmarkt immer mehr zum Sorgenkind, heißt es in der Studie. "Jahrelang konnten die deutschen Autokonzerne der weltweiten Konkurrenz die Rücklichter zeigen - nun wird die Luft auch für sie dünner", sagte Ey-Partner Peter Fuß. "Die starke Abhängigkeit vom chinesischen Markt könnte sich nun als Achillesferse erweisen."

n-tv.de-Autoexperte Helmut Becker ist sogar der Meinung, dass die deutschen Premium-Hersteller mit ihrem hochpreisigen Angebot besonders betroffen sind, da die Börsenverluste und Wirtschaftsturbulenzen in China vor allem die Käufer dieser Autos treffen. Becker zufolge ist durch die Abwertung des Yuan und des Abwertungswettlaufs aller asiatischen Währungen gegenüber dem Euro ein Ende der "windfall-profits" für die deutschen Hersteller vorprogrammiert: "Da kommt viel Ungemach auf einmal zusammen: Sinkende Absatzstückzahlen und sinkende Erlöse je Stück - keine gute Kombination", hebt der Autoexperte hervor.

Schwacher Euro stützt

China ist im Gegensatz zu Russland und Brasilien, die vor allem Zukunftsmärkte mit einem bisher auch in guten Zeiten überschaubaren Absatz waren, ein zentraler Baustein für die Konzerne. Allerdings war den Konzernlenkern immer klar, dass sich die enormen Wachstumsraten nicht halten lassen würden, China werde immer mehr zu einem normalen Automarkt, hatte der damalige BMW-Chef Norbert Reithofer bereits zu Jahresbeginn erklärt.

"Mit einer Normalisierung der Lage in China hatte die Branche gerechnet - der aktuelle Einbruch kam in dieser Heftigkeit aber überraschend", sagte Fuß.  Volkswagen etwa habe im zweiten Quartal 36 Prozent seiner Autos in China verkauft, bei BMW lag der Anteil bei 20 Prozent, bei Daimler bei 16 Prozent.

Bisher macht sich das in den Finanzen der Konzerne nur auf dem zweiten Blick bemerkbar: Der Umsatz von VW, BMW und Daimler stieg gemeinsam um überdurchschnittliche 15 Prozent. Das liege aber vor allem am schwachen Euro, der Einnahmen außerhalb der Eurozone beim umrechnen aufwertet und damit die Erlöse steigen lässt.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen