Wirtschaft
Abendverkehr in Chinas Hauptstadt Peking.
Abendverkehr in Chinas Hauptstadt Peking.(Foto: picture alliance / dpa)

Bald größte Wirtschaftsmacht: China steht kurz vor dem Gipfel

Schenkt man der OECD-Langfristprognose Glauben, dann könnte China in vier Jahren die größte Wirtschaftsmacht werden. Die USA müssten sich dann mit Platz zwei begnügen. Deutschland wird seinen fünften Platz nicht halten können. Bis 2060 ziehen Brasilien, Indonesien, Mexiko, Russland und Frankreich vorbei.

China könnte nach Ansicht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die USA 2016 als größte Wirtschaftsmacht der Welt ablösen. Das bevölkerungsreichste Land der Erde dürfte zusammen mit Indien bis etwa 2025 ein größeres Bruttoinlandsprodukt erwirtschaften als die sieben führenden Wirtschaftsnationen (G7), teilte die OECD in ihrer Langfristprognose bis 2060 mit.

"Schnell wachsende Schwellenländer werden in den kommenden 50 Jahren einen immer größeren Anteil an der weltweiten Wirtschaftsleistung erbringen." Aufsteiger seien neben China und Indien auch Brasilien und Indonesien. Zurückfallen dürften neben dem rasch alternden Japan auch Europas Schwergewichte wie Deutschland.

Die Industriestaatengruppe OECD unterstellt in ihrer Projektion ein jährliches Wachstum der Weltwirtschaft um rund drei Prozent. Dabei dürften Schwellenländer aber deutlich stärker zulegen als die etablierten Industriestaaten. Die Verschiebung in Richtung Niedriglohnländer werde dort dazu beitragen, die Lebensstandards zu verbessern. "So dürfte sich etwa das Pro-Kopf-Einkommen in den ärmsten Ländern bis 2060 vervierfachen", erklärte die OECD. In China und Indien könnte es dann sogar auf das Siebenfache steigen. "In einem halben Jahrhundert wird die Kluft zwischen den Lebensverhältnissen in aufstrebenden und hoch entwickelten Nationen weniger ausgeprägt sein als heute." Allerdings dürften zwischen einzelnen Ländern klare Unterschiede bleiben.

Deutschland fällt zurück

"Die Welt, in der unsere Kinder und Enkel leben werden, wird sich von unserer heutigen Welt fundamental unterscheiden", sagte OECD-Generalsekretär Angel Gurria bei der Vorlage des Berichts. Um den Boom der Schwellenländer zu flankieren, müsse die Politik weltweit für mehr Bildung und Produktivität sorgen.

Die deutsche Wirtschaft wird dem Bericht zufolge spürbar zurückfallen. "Innerhalb Europas kommt auf Deutschland, Luxemburg und Österreich der größte Verlust an wirtschaftlicher Bedeutung zu", heißt es. Deutschland stand nach OECD-Berechnungen 2011 noch hinter den USA, China, Japan und Indien auf Rang fünf der größten Wirtschaftsmächte.

Bis 2060 müsse die Bundesrepublik aber Brasilien, Indonesien, Mexiko, Russland und Frankreich vorbeiziehen lassen. Denn die OECD sagt der heimischen Wirtschaft in den nächsten 50 Jahren im Schnitt nur ein mageres Wachstum von 1,1 Prozent voraus. Bis dahin würde der Anteil Deutschlands an der globalen Wirtschaftsleistung auf 2,0 von 4,8 Prozent sinken und sich damit mehr als halbieren.

Quelle: n-tv.de

Video-Empfehlungen
Empfehlungen