Wirtschaft
Faustpfand für Wirtschaftswachstum: seltene Erden.
Faustpfand für Wirtschaftswachstum: seltene Erden.(Foto: picture alliance / dpa)

Kampf um seltene Erden: China stoppt Förderung

Angesichts ihres Einsatzes in Hightech-Produkten wie Smartphones oder Hybrid-Antrieben gelten seltene Erden als Rohstoff der Zukunft. Das Problem dabei: China besitzt die mit Abstand größten Vorkommen. Da der Preis dennoch einbricht, reagiert Peking nun: Der in Staatshand befindliche weltgrößte Produzent muss die Förderung einstellen.

Neue Runde im Kampf um den Rohstoff der Zukunft: Der weltgrößte Produzent sogenannter seltener Erden hat die Produktion für einen Monat eingestellt. Dieser Schritt solle die Preise der wichtigen Rohstoffe stützen, erfuhr AFP aus Kreisen des Unternehmens Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group Hi-tech. "Die Produktion dürfte in einem Monat wieder aufgenommen werden, es handelt sich nur um eine vorübergehende Maßnahme", hieß es weiter.

Das Unternehmen ist an der Börse in Shanghai notiert. Es gehört aber größtenteils dem chinesischen Staat. China liefert mehr als 95 Prozent dieser Mineralien für den Weltmarkt.

Angebot künstlich verknappen

Die Preise für die seltenen Erden - zu denen etwa Erbium, Gadolinium, Lantha, Neodym, Scandium oder Yttrium gehören - sind in den vergangenen drei Monaten um fast 20 Prozent eingebrochen. Zu den begehrten Rohstoffen gehören 17 Metalle, die für viele Hightech-Produkte wie Elektromotoren, Windräder und Smartphones benötigt werden.

Die Volksrepublik hat selbst einen großen Rohstoffhunger, reguliert die Ausfuhr seltener Erden streng und hatte zuletzt mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Die Preise für die begehrten Rohstoffe waren im vergangenen Jahr deshalb um 130 Prozent gestiegen. Westliche Industrieländer wie Deutschland, die USA und Japan warfen China wiederholt vor, das Angebot künstlich zu verknappen.

Suche nach Alternativen

Gleichzeitig versuchen viele Staaten sich von den Lieferungen aus China unabhängiger zu machen. Japan geht deshalb der "Sache auf den Grund" und versucht Vorkommen seltener Erden, die vor allem im Hightech-Produkten wie Smartphones oder auch in der Autoindustrie beim Hybrid-Antrieb zum Einsatz kommen, selbst zu fördern. Japans Industrie ist wie die deutsche stark vom Export abhängig, muss Rohstoffe aber zum Großteil importieren. Auch die Rüstungsindustrie greift auf seltene Erden zurück.

Deutschland wiederum versucht über ein Abkommen mit der Mongolei, den Rohstoffhunger der deutschen Industrie zu stillen und zwar langfristig. Zudem gibt es einen Zusammenschluss innerhalb der deutschen Industrie.

Bilderserie
Bilderserie
Video

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen