Wirtschaft
Das Vertrauen der Märkte hat Chefaufseher Xiao schon lange verloren - und nun auch das der Regierung.
Das Vertrauen der Märkte hat Chefaufseher Xiao schon lange verloren - und nun auch das der Regierung.(Foto: REUTERS)

Peking "extrem unglücklich" über Xiao: Chinas Oberster Börsenaufseher gibt auf

Die unglaubliche Summe von 5000 Milliarden Dollar wurde an Chinas Börsen seit vergangenem Sommer vernichtet. Kritiker machen dafür unter anderem Xiao Gang den Chef zuständigen Aufsichtsbehörde verantwortlich.

Der Chef der chinesischen Börsenaufsicht hat Insidern zufolge angesichts der anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten seinen Rücktritt angeboten. Der 57-jährige Xiao Gang wolle seinen Platz an der Spitze der China Securities Regulatory Commission (CSRC) räumen, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen.

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Ob die Regierung den Rücktritt angenommen hat, ist bislang nicht bekannt. Die CSRC wollte sich zunächst nicht äußern, verbreitete jedoch später über den Kurznachrichtendienst Weibo ein Dementi: "Diese Information stimmt mit den Fakten nicht überein."

Dagegen sagten die Insider, die beide um Anonymität baten, Xiao werde nicht im Amt  bleiben. Die Regierung "ist extrem unglücklich mit Xiao Gang", sagte einer davon mit  Kontakten zur Regierung. "Es ist sicher, dass er den Job wechseln wird." Xiaos reguläre Amtszeit endet erst 2018.

Der Börsenwert aller chinesischen Unternehmen verringerte sich seit Juni 2015 an den Börsen von Shanghai und Shenzhen um mehr als fünf Billionen Dollar. Xiao gilt als Vater des Stopp-Mechanismus, bei dem der Börsenhandel nach größeren Verlusten eingestellt wird. Dieses System war erst zu Jahresbeginn eingeführt, aber bereits am 7. Januar wieder beendet worden. Kritikern zufolge habe dieser Mechanismus zur Panik an den Märkten beigetragen.

Bei einer Rede am vergangenen Samstag hatte Xiao unter anderem davon gesprochen, dass die "unnormale Volatilität des Aktienmarkts" aufgedeckt habe, dass der chinesische Markt "unausgereift" sei, die Investoren "unerfahren", das Handelssystem "mangelhaft" und die "Aufsichtsmechanismen unzweckmäßig" seien.

Bereits vor Ein- und Abschaltung des Stoppmechanismus' hatte Xiao im vergangenen Jahr mit einer Reihe ungewöhnlicher Maßnahmen versucht, die heftigen Ausschläge am Aktienmarkt in den Griff zu bekommen, letztlich ohne Erfolg. So hatte die CSRC unter anderem zwischenzeitlich das sogenannte Short-Selling verboten und einigen Großaktionären den Verkauf ihrer Unternehmensanteile zeitweilig untersagt.

Quelle: n-tv.de

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