Freitag, 23. Oktober 2009
Konkurrenten fürchten Preisverfall: Chinas Stahlhütten brummen
In China wird in einem Monat mehr Stahl hergestellt als in Deutschland in einem Jahr.
(Foto: REUTERS)
Die Volksrepublik China hat ihre Rohstahlproduktion im September erneut kräftig nach oben getrieben. Die Hütten des Landes hätten 50,7 Mio. Tonnen hergestellt, teilte der Weltstahlverband mit. Gegenüber dem Vorjahresmonat sei dies ein Plus von 29 Prozent. Der weltweite Ausstoß sei hingegen um 0,6 Prozent auf 107 Mio. Tonnen zurückgegangen. Seit April dieses Jahres sei aber von Monat zu Monat mehr Stahl hergestellt worden.
Die hohen Produktionszahlen in China bereiten den Konkurrenten Kopfzerbrechen. Sie befürchten, dass überschüssiger Stahl aus der Volksrepublik auf den Weltmärkten die Preise drücken könnte. Sie fordern, dass das Land seine Produktion zurückfährt und unrentable Hütten schließt. In China wird in einem Monat mehr von dem Werkstoff hergestellt als in Deutschland in einem Jahr. Die Nachfrage wird dabei auch von staatlichen Konjunkturprogrammen angeheizt.
Die Stahlbranche sieht dennoch nach den Auftragseinbrüchen durch die Flaute bei wichtigen Abnehmern wie Automobilindustrie und Maschinenbau inzwischen das Schlimmste der Krise hinter sich. Die Nachfrage zog zuletzt wieder an. Die Hersteller rechnen allerdings nur mit einer langsamen Erholung. In Deutschland ging die Produktion im September im Vergleich zum Vorjahresmonat um knapp 22 Prozent auf 3,2 Mio. Tonnen zurück. Doch auch hierzulande waren in den vergangenen Monaten die Minusraten im Vorjahresvergleich höher gewesen.
ThyssenKrupp kündigte unterdessen an, in Duisburg einen Hochofen wieder in Betrieb nehmen. Der Ofen habe eine Tageskapazität von 4600 Tonnen, so ein Unternehmenssprecher. Damit könne auch die Kurzarbeit weiter zurückgefahren werden. Derzeit seien rund 6000 der 36.000 Stahlbeschäftigten von ThyssenKrupp in Europa in Kurzarbeit. Der Konzern hatte den Ofen Mitte März stillgelegt.
rts
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