Wirtschaft

Keine rasche Yuan-AufwertungChinesen bleiben stur

04.10.2010, 20:01 Uhr

Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao beugt sich nicht dem Druck aus Europa und den USA. Er weist Forderungen nach einer zügigen Yuan-Aufwertung zurück. Wens Angaben zufolge ist dann die Exportwirtschaft bedroht.

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Unnachgiebig: Wen Jiabao. (Foto: REUTERS)

China hat Forderungen der Europäischen Union nach einer schnelleren Aufwertung seiner Landeswährung Yuan zurückgewiesen. "Wir müssen die Wechselkurse der großen Reservewährungen relativ stabil halten", sagte Ministerpräsident Wen Jiabao beim Treffen asiatischer und europäischer Nationen (ASEM) in Brüssel.

Die europäischen Länder und die USA werfen China vor, seine Landeswährung künstlich niedrig zu halten. Sie unterstellen der Volksrepublik, sich mit dem Schritt unrechtmäßig Wettbewerbsvorteile gegenüber westlichen Staaten zu verschaffen.

"Wir glauben, dass der Yuan absolut unterbewertet ist", sagte ein Sprecher von Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. China hält die größten Bestände an Auslandsdevisen und hat riesige Mengen an Dollar und Euro angesammelt.

Peking sieht nur geringen Spielraum

US-Präsident Barack Obama hat China im Währungsstreit bereits mit Konsequenzen gedroht. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hatte im Juni die fast zwei Jahre währende starre Koppelung des Yuan an den US-Dollar etwas gelockert. Experten sind der Auffassung, die chinesische Währung sei immer noch um bis zu 40 Prozent unterbewertet.

Doch China sieht seinen Spielraum für Bewegung in dieser Frage begrenzt. Bereits eine Aufwertung des Yuan um rund 20 Prozent würde Wen zufolge in der Exportwirtschaft des Schwellenlandes zu einer Pleitewelle führen.

Quelle: rts