Wirtschaft

Finanzriese schluckt EMI: Citigroup macht Musik

Die einst größte Plattenfirma der Welt fällt in die Hände der Citigroup. Weil die Briten ihre milliardenschwere Schuldenlast nicht mehr tragen können, erlässt die US-Bank dem traditionsreichen britischen Musikhaus zwei Drittel der Verbindlichkeiten und wird im Gegenzug neuer Eigentümer.

"Teenage Dream" für die Banker an der Wall Street: Auch Katy Perry ist bei EMI unter Vertrag.
"Teenage Dream" für die Banker an der Wall Street: Auch Katy Perry ist bei EMI unter Vertrag.(Foto: REUTERS)

Das monatelange Ringen um die hoch verschuldete britische Plattenfirma EMI hat ein Ende: Der Kreditgeber Citigroup hat die Kontrolle über die künstlerische Heimat von Coldplay und Katy Perry übernommen. Im Gegenzug hat die Bank knapp zwei Drittel der Schulden erlassen. Der Musikkonzern stehe finanziell nun wieder solide da, sagte EMI-Chef Roger Faxon.

Bislang gehörte EMI dem Finanzinvestor Terra Firma, der die Plattenfirma vor vier Jahren übernommen hatte. Seitdem häufte EMI wegen einbrechender CD-Verkäufe massive Verluste an und konnte seine Schulden von zuletzt 3,4 Mrd. Pfund (umgerechnet rund 4 Mrd. Euro) nicht mehr begleichen. Mit einer Klage wollte Terra Firma die Übernahme durch die Citigroup noch verhindern, was aber letztlich scheiterte.

Der Finanzinvestor fühlt sich von der US-Großbank übers Ohr gehauen. Die Bank hatte Terra Firma beim Kauf beraten und gleichzeitig die Übernahme finanziert. Der Vorwurf von Terra Firma: Die Citigroup habe vorgegaukelt, es gebe einen weiteren Interessenten, um den Preis hochzutreiben. Tatsächlich war Terra Firma der einzige Bieter und blätterte am Ende 4,2 Mrd. Pfund für EMI hin.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen