Wirtschaft
Schwarzgeld-Parkplatz Panama-City
Schwarzgeld-Parkplatz Panama-City(Foto: imago/ZUMA Press)

Schwarzgeld nach Panama: Commerzbank muss Millionen-Strafe zahlen

Jahrelang hat die Commerzbank Geld ihrer vermögenden Kunden über eine Tochterfirma in Luxemburg und Briefkastenfirmen in Panama im Ausland geparkt. Nun kommt die Rechnung dafür. Auf ein anderes großes Institut kommt eine noch dickere Strafe zu.

Wegen Schwarzgeldgeschäften in Luxemburg und Panama muss die Commerzbank 17 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Darauf haben sich die Bank und die Staatsanwaltschaft Köln geeinigt. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung", NDR und WDR soll der Bußgeldbescheid wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in Kürze zugestellt werden.

Die Bank hat jahrelang Kunden geholfen, Schwarzgeld über eine Tochterfirma in Luxemburg an Briefkastenfirmen in Panama zu schaffen und es dort zu parken. Es ist bereits das dritte Institut, das in diesem Zusammenhang mit Millionenstrafen belegt wird. Die Hypo-Vereinsbank muss 20 Millionen Euro zahlen, die HSH Nordbank sogar 22 Millionen.

Die Strafe für die Commerzbank falle verhältnismäßig gering aus, da das Institut Geschäfte dieser Art bereits seit 2008 nicht mehr unternommen habe und mit den Ermittlern kooperiert habe, so SZ, WDR und NDR. Zudem sei die Kölner Staatsanwaltschaft derzeit stark ausgelastet und über jeden abgeschlossenen Fall froh.

80 Millionen Bußgeld für Deutsche Bank?

Durch das hartnäckige Vorgehen der Behörden gegen Steuerhinterziehung hat das Land Nordrhein-Westfalen zwischen 2010 und 2015 rund zwei Milliarden Euro mehr eingenommen. Dazu beigetragen hat vor allem der umstrittene Ankauf von CDs mit Daten von Schwarzgeldkonten.

Mehr als 120.000 Selbstanzeigen sind nach Angaben des NRW-Finanzministeriums seit 2010 eingegangen, davon mehr als 22.000 in Nordrhein-Westfalen. Von den Steuerhinterziehern in Deutschland kassierte NRW rund 1,4 Milliarden Euro. Hinzu kamen Bußgelder in Höhe von gut 600 Millionen Euro von Banken - vor allem aus der Schweiz - die Beihilfe zum Betrug des Staates geleistet hatten.

Zuletzt zahlte die Basler Kantonalbank knapp 40 Millionen Euro. Zuvor hatten die Credit Suisse, UBS und Julius Bär insgesamt mehr als 500 Millionen Euro gezahlt. Bei deutschen Banken sind in NRW inzwischen Bußgeldzahlungen in Höhe von insgesamt 80 Millionen Euro absehbar.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen