Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Schleppende Elektromobilität: Continental gibt Batterie-Joint-Venture auf

Das dritte Quartal verläuft für Continental solide. Doch millionenschwere Abschreibungen im Bereich E-Mobilität verhagelten dem Konzern den Gewinn. Nun stellen die Hannoveraner ein Batterie-Joint-Venture mit einem koreanischen Hersteller in Frage.

Der Autozulieferer Continental hat trotz eines Umsatzanstiegs im Sommer weniger verdient. Das bereinigte Betriebsergebnis sei im Zeitraum Juli bis September auf Jahressicht um sechs Prozent auf 962 Millionen geschrumpft, teilte der Dax-Konzern aus Hannover mit. Analysten hatten mit etwas mehr als einer Milliarde Gewinn gerechnet. Als Grund für den Rückgang nannte Conti Abschreibungen von 334 Millionen Euro in der Anstriebssparte.

Der schleppende Anlauf der Elektromobilität hat dem Autozulieferer in diesem Geschäftsfeld Belastungen in dreistelliger Millionenhöhe eingebrockt. Die Antriebssparte des Dax-Konzerns verbuchte im dritten Quartal 2014 vor Zinsen und Steuern gut 263 Millionen Euro Verlust, nachdem im Vorjahresquartal noch knapp 50 Millionen Euro positiv zu Buche geschlagen hatten. Ein Teil der Abschreibungen entfällt auf das Ende der Batterie-Gemeinschaftsfirma mit dem koreanischen Partner SK Innovation, die Conti zufolge am anziehenden Wettbewerb scheiterte.

"Keine wirtschaftliche Grundlage mehr"

Die Hannoveraner glauben nicht mehr an das Gemeinschaftsunternehmen mit den Südkoreanern, welches Continental seit 2013 betreibt, um Batteriesysteme auf Lithium-Ionen-Basis für die Autoindustrie zu entwickeln und zu produzieren. "Aufgrund des sich verschärfenden Wettbewerbs bei der Entwicklung und Produktion von Batteriezellen für die Automobilindustrie sehen wir gemeinsam mit unserem koreanischen Partner SK Innovation mittelfristig keine wirtschaftliche Grundlage mehr für Geschäftsaktivitäten in unserem Joint Venture", erklärte Conti-Chef Elmar Degenhart. Continental habe deshalb die "laufenden Aktivitäten und Investitionen bereits stark zurückgeführt".

Der Umsatz kletterte im Dreimonatszeitraum um knapp vier Prozent auf knapp 8,7 Milliarden Euro. Die Geschäftsziele für das laufende Jahr bekräftigte das Management: "Unsere zum Halbjahr auf rund elf Prozent angehobene bereinigte Ebit-Marge haben wir fest im Blick und halten es sogar für realistisch, dass wir am Jahresende leicht darüber liegen", sagte Degenhart. Beim Umsatz peilt der Hersteller von Autoelektronik und Reifen nach wie vor 34,5 Milliarden Euro an.

Die Netto-Finanzschulden des Konzerns, an dem der fränkische Wälzlagerhersteller Schaeffler maßgeblich beteiligt ist, sanken bis Ende September um 1,6 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden. Dadurch erhöht sich der Spielraum für weitere Zukäufe. Die Niedersachsen hatten im Februar die Übernahme des US-Kunstoff- und Kautschukspezialisten Veyance für 1,4 Milliarden Euro angekündigt und warten auf die Freigabe durch die Kartellbehörden. Finanzvorstand Wolfgang Schäfer hatte jüngst gesagt, nach der im vierten Quartal erwarteten behördlichen Genehmigung der Veyance-Übernahme sei ein weiterer Zukauf möglich.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen