Wirtschaft

Kein vorzeitiger Abgang von Metro: Cordes denkt nicht an Flucht

Eckhard Cordes will Metro nicht sofort verlassen. Er wolle seinen Vertrag so lange erfüllen, wie es für den Handelsriesen am günstigsten ist, sagt der Manager. Cordes' Vertrag läuft im Oktober des kommenden Jahres aus. Er hat seinen Kontrakt nicht mehr verlängert.

Eckhard Cordes
Eckhard Cordes(Foto: dapd)

Metro-Chef Eckhard Cordes denkt nach seiner Rückzugsankündigung nicht an ein abruptes Ausscheiden bei dem Handelsriesen. "Ich werde meinen Vertrag so lange erfüllen, wie es im besten Sinne des Unternehmens ist", sagte der Manager. Was im besten Sinne des Unternehmens sei, werde der Aufsichtsrat festlegen.

Cordes hatte vor eineinhalb Wochen angekündigt, er stehe für eine Verlängerung seines Ende Oktober 2012 auslaufenden Vorstandsvertrags nicht zur Verfügung. Dem war ein über Monate ausgetragener Machtkampf vorausgegangen, bei dem deutliche Differenzen zwischen den Großaktionären erkennbar wurden.   

Zu Wochenbeginn hatte dann auch Metro-Aufsichtsratschef Jürgen Kluge aufgegeben - er kündigte an, im November seinen Hut zu nehmen. Sein Nachfolger im Metro-Aufsichtsrat soll das Oberhaupt des Haniel-Clans, Franz Markus Haniel, werden, der das Metro-Kontrollgremium bereits in der Vergangenheit geleitet hatte. Ein Nachfolger für Cordes muss noch gefunden werden.        

Mehrere Nachfolgekandidaten

Cordes sagte, er gehe davon aus, dass ein Nachfolger die von ihm eingeleitete Strategie beim Umbau des Handelskonzerns fortführen werde. Denn die geplante Konzentration auf die Cash&Carry-Großmärkte und Europas größte Elektromarktkette Media-Saturn sei mit dem Aufsichtsrat abgestimmt. Der von ihm angekündigte Verkauf der Warenhauskette Kaufhof sei bislang nicht gelungen, weil Interessenten keinen adäquaten Preis geboten hätten.       

Wen er für seine Nachfolge am geeignetsten hält, verriet der ehemalige Daimler-Manager nicht. Als Kandidaten gehandelt werden in Firmenkreisen Metro-Finanzchef Olaf Koch und Joel Saveuse, der unter anderem die Kette Real leitet. Insider ließen jüngst verlauten, interne Kandidaten hätten die Nase vorn.       

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Cordes machte deutlich, dass die öffentliche Schlammschlacht um seine Person zu der Entscheidung für den Rückzug beigetragen habe. Diese sei jedoch nicht der einzige Grund gewesen. Er habe eigentlich vorgehabt, früher aufzuhören. "Es war eine Frage, wann ist der richtige Zeitpunkt." Nach 17 Jahren in Spitzengremien von verschiedenen Dax-Unternehmen habe eine nochmalige Verlängerung seines Vorstandsvertrages um mehrere Jahre ohnehin nicht zur Debatte gestanden.

Quelle: n-tv.de

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