Wirtschaft

Aktie macht FreudensprungCropenergies in grün

14.10.2009, 11:03 Uhr

Der Bioethanol-Hersteller Cropenergies profitiert von der verstärkten Beimischung alternativer Kraftstoffe im Benzin und erwirtschaftet wieder Gewinne.

Cropenergies
Eine Zapfsäule für den Bioethanol-Treibstoff "crop power 85" und ein kleines Weizenfeld beom Börsengang im September 2006. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Umsatz der Südzucker-Tochter legte im zweiten Geschäftsquartal (Juni bis August) um sechs Prozent auf 95,3 Mio. Euro zu, wie Cropenergies in Mannheim mitteilte.

Für das jüngst erweiterte Werk im belgischen Wanze fielen deutlich geringere Anlaufkosten als in den vergangenen Quartalen an. Daher verbuchte Cropenergies einen Überschuss von 0,6 Mio. Euro, nach einem Verlust von 2,6 Mio. Euro im Auftaktquartal.

An der Börse kamen diese Nachrichten gut an, die Aktien verteuerten sich um gut neun Prozent auf 3,21 Euro. Der vor Jahresfrist erzielten operativen Marge von 6,2 Prozent hinkte der Mannheimer Konzern im zweiten Geschäftsquartal aber mit 2,5 Prozent noch weit hinterher.

Für das zweite Geschäftshalbjahr zeigt sich Cropenenergies zuversichtlich, da der Vorstand mit einer weiter steigenden Nachfrage nach Bioethanol und gleichzeitig steigenden Absatzpreisen rechnet. Zudem sollten dann keine Kosten mehr für den Bau und das Hochfahren der neuen Produktionsanlage anfallen. Daher werde sich das Ergebnis deutlich verbessern. Zum Ende des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 (28. Februar) lägen Umsatz und Betriebsergebnis voraussichtlich deutlich über den Werten des Vorjahres, bekräftigte das Unternehmen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr hatte Cropenergies 328 Mio. Euro umgesetzt und ein Betriebsergebnis in Höhe von 7,1 Mio. Euro erwirtschaftet.

Cropenergies stellt Bioethanol aus Getreide und Zuckerrüben her und kann davon als größter deutscher Anbieter derzeit maximal 700.000 Kubikmeter erzeugen. Obwohl diese Treibstofferzeugung aus Lebensmitteln viel Kritik auf sich gezogen hat, wird in der Europäischen Union zum Klimaschutz konventionellen Treibstoffen aus Erdöl immer mehr Bioethanol beigemischt. Die Absatzpreise für Bioethanol und die Einkaufspreise für Getreide schwankten zuletzt kräftig. Cropenergies will daher seine Geschäfte mit den bei der Bioethanol-Herstellung anfallenden Nebenprodukten wie Kohlensäure und proteinreiche Nahrungs- und Futtermittel ausbauen.

Im Bioethanol-Geschäft mischen auch Mineralölkonzerne wie Royal Dutch Shell mit. In der Branche wird verstärkt an Kraftstoffen aus organischen Abfällen (sogenannte Biokraftstoffe der zweiten Generation) gearbeitet, um keine Lebensmittel für Treibstoffe zu nutzen.

Quelle: rts