"Ich habe kein Verständnis"DGB-Chef schießt gegen GDL

Das Vorgehen der GDL im Bahn-Tarifkonflikt ruft den DGB auf den Plan. Dessen Chef Hoffmann wirft der Lokführergewerkschaft eine unsolidarische Vorgehensweise vor. Die GDL befindet sich nicht unter dem Dach des DGB.
Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, hat die Strategie der Lokführergewerkschaft GDL im Tarifkonflikt mit der Bahn kritisiert. "Ich habe kein Verständnis, dass die Verhandlungen abgebrochen wurden letzte Woche, dass man jetzt wieder in den Streik getreten ist", sagte er im Deutschlandfunk. "Das ist eine nicht sehr solidarische Vorgehensweise."
Es mache grundsätzlich keinen Sinn, dass einzelne Berufsgruppen versuchten, Einzelinteressen zulasten der Gesamtbelegschaften durchzusetzen. Wenn sich die Gewerkschaften darauf verständigen könnten, gemeinsam ihre Ziele zu verfolgen, hätten alle Beschäftigten gewonnen. Der neuerliche Streik der Lokführer hatte vergangene Woche Millionen Bahnreisende betroffen.
Hoffmann räumte ein, dass es auch innerhalb der DGB-Gewerkschaften unterschiedliche Auffassungen darüber gebe, inwieweit das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit zu Eingriffen ins Streikrecht führen könnte. Das Gesetz sieht vor, dass pro Betrieb nur noch eine Gewerkschaft den maßgeblichen Tarifvertrag abschließen kann. Nicht nur die GDL, auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat dagegen bereits Verfassungsbeschwerde angedroht.
Dem DGB gehört die mit der GDL konkurrierende größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) an. Die GDL ist Mitglied im DBB Beamtenbund und Tarifunion.