Samstag, 17. September 2011
"Nur, wo es legal ist": DHL setzt Lügendetektoren ein
Der Paketdienst DHL der Deutschen Post gibt zu, bei Untersuchungen gegen Mitarbeiter im Ausland Lügendetektoren einzusetzen. Der Einsatz sei in einer internen Richtlinie "geregelt und begrenzt", heißt es in einem Brief an die Gewerkschaft, der einem Magazin vorliegt.Die Deutsche Post setzt Lügendetektor-Tests gegen Mitarbeiter im Ausland ein. Das habe der Personalvorstand des Bonner Konzerns, Walter Scheurle, in einem Brief an die Gewerkschafts-Dachorganisation UNI Global Union eingeräumt, schreibt die "Wirtschaftswoche". "Lügendetektoren werden in Ländern verwendet, in denen der Einsatz legal ist, und nur bei außergewöhnlichen Umständen", zitiert das Magazin den Manager.
Konkret soll es um den Fall eines Mitarbeiters des zur Post gehörenden Logistikunternehmens DHL in Kolumbien handeln.
(Foto: picture alliance / dpa)
Als Beispiel nannte Scheurle demnach Kolumbien, wo es Konflikte mit Milizen und Drogenkartellen gibt. Der Einsatz von Lügendetektoren sei in einer internen Richtlinie geregelt und begrenzt.
Die internationale Organisation UNI Global Union, zu der auch die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft Verdi gehört, hatte laut "Wirtschaftswoche" zuvor protestiert: "Die Beschäftigten der Deutschen Post DHL in Panama, Costa Rica, Kolumbien und Südafrika wurden gezwungen, sich Lügendetektortests zu unterziehen."
Konkret soll es um den Fall eines Mitarbeiters des zur Post gehörenden Logistikunternehmens DHL in Kolumbien gegangen sein. Dieser habe sich wegen 22 fehlender USB-Sticks einem Lügendetektor-Test unterziehen müssen.
Schon früher hatte es von Gewerkschaftsseite Kritik an den Arbeitsbedingungen bei DHL im Ausland gegeben. Dabei ging es auch um die Lügendetektoren. Der Dachverband wirft der DHL-Tochter Exel zudem vor, in den USA Austauschstudenten als Billigarbeiter in der Logistik zu missbrauchen.
DHL beschäftigt nach Unternehmensangaben 275.000 Mitarbeiter in mehr als 220 Ländern.
dpa/AFP
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