Wirtschaft
(Foto: REUTERS)

Gigantische Finanzierungslücke: DIW: Drittes Hilfspaket erforderlich

Aktuell ringen Athen und Brüssel um die Auszahlung der letzten Gelder des zweiten Rettungsprogramms. Das ist schon schwer genug. Doch selbst wenn die Mittel fließen, steht das Land wohl vor dem nächsten Milliarden-Loch.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet damit, dass Athen im Sommer ein drittes Hilfsprogramm brauchen werde. "Griechenland hat eine große Finanzierungslücke von 30 bis 40 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre", sagte der DIW-Präsident Marcel Fratzscher.

Den Kompromiss zu Griechenlands Reformvorschlägen bezeichnete er als "weise und zielführend". Die Korruption zu bekämpfen, Steuereinnahmen zu erhöhen und die Bürokratie zu verbessern, seien die richtigen Prioritäten. Auch eine Erhöhung der Ausgaben zur sozialen Sicherung und Armutsbekämpfung schwächten nicht die Reformen, sondern erhöhten ihre Legitimität und damit ihre Erfolgschancen.

Nur wenn die griechische Regierung zumindest einen Teil ihrer Wahlversprechen umsetzen kann, werde der Reformkurs von der Bevölkerung akzeptiert und könne erfolgreich sein. "Diese Einigung war jedoch der leichteste Teil der Verhandlungen", sagte Fratzscher. "Viele offene Fragen bleiben ungelöst. Das Problem, wie die viel zu hohe Staatsverschuldung nachhaltig gestaltet werden kann, bleibt ungelöst."

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen