Wirtschaft
Ein Lichtblick vom DIW
Ein Lichtblick vom DIW(Foto: picture alliance / dpa)

"Keine Schwarzmalerei, bitte!": DIW sieht keine Rezession

Nach den jüngsten düsteren Konjunkturprognosen wartet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit einem etwas freundlicheren Ausblick auf: Die Konjunktur werde sich zwar abkühlen, eine Rezession sei momentan aber nicht in Sicht.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung warnt vor konjunktureller Schwarzmalerei. "Ich sehe im Moment keine Rezession in Deutschland", sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Der Aufschwung werde sich in der zweiten Jahreshälfte aber deutlich abkühlen. "Im vierten Quartal werden wir einer Stagnation relativ nahe kommen." Einerseits neige sich die Erholung dem Ende zu, andererseits dämpfe die Schuldenkrise in der Euro-Zone die Stimmung von Firmen und Verbrauchern spürbar.

"Wenn sich die Euro-Krise allerdings wieder normalisieren sollte, sind die Perspektiven für Deutschland wieder sehr gut." Bessere Laune aufseiten der Konsumenten dürfte der Wirtschaft dann zu mehr Schwung verhelfen. Denn die Nachfrage aus den Schwellenländern nach Investitionsgütern "Made in Germany" entwickle sich weiter positiv. Unterm Strich werden die Berliner Forscher ihre bisherige Wachstumsprognose für 2012 von 1,8 Prozent kräftig senken, betonte Fichtner. "Da werden wir mehr als deutlich runtergehen." Für 2011 geht er davon aus, dass die Wirtschaftskraft um knapp drei Prozent zulegt. Seine neuen Prognosen will das DIW Anfang Oktober vorlegen. Andere Forschungsinstitute wie das Kieler IfW und das IWH Halle trauen der Wirtschaft 2012 nur noch ein Plus von 0,8 Prozent zu.  

Stagnation in den USA

Für Europa zeigte sich Fichtner eher skeptisch. "Die Zeit des großen Aufschwungs ist sicher vorbei." Nördliche Euro-Staaten wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande könnten dank eines insgesamt soliden Wachstums die Folgen eines Sparkurses und einer Rückführung ihrer Schulden wegstecken. In den hoch verschuldeten Staaten wie Spanien und Italien laufe es aber schlechter. Der gesamte Währungsraum werde wohl um weniger als ein Prozent zulegen. Deshalb geht dass DIW davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins vorerst unverändert lässt. Sollte sich die Schuldenkrise stabilisieren, dürfte es im Laufe von 2012 dann die nächste Erhöhung geben.    

In den USA hingegen dürfte die Lockerung der Geldpolitik zunächst weitergehen. Fichtner erwartet, dass die Notenbank Federal Reserve ihr Programm zum Kauf von Staatsanleihen (QE3) wieder auflegt. "Damit könnte man die Wirtschaft ankurbeln und die Schulden teilweise weginflationieren." Die Konsumschwäche sowie die Krise am Immobilien- und am Job-Markt hätten die US-Wirtschaft fest im Griff. Der Erholung in der zweiten Jahreshälfte 2011 werde "sehr, sehr mühsam" verlaufen, sagte der DIW-Fachmann. "Wir rechnen auch da nicht mit einem double-dip, eine Stagnation wäre aber denkbar."           

Quelle: n-tv.de

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