Wirtschaft
Daimler-Mitarbeiter in Sindelfingen: Die Angestellten stehen unter Verdacht.
Daimler-Mitarbeiter in Sindelfingen: Die Angestellten stehen unter Verdacht.(Foto: REUTERS)

Datenabgleich mit US-Terrorlisten: Daimler-Angestellte unter Generalverdacht

Der Daimler-Konzern möchte seine weltweit rund 280.000 Angestellten alle drei Monate durchleuchten und mit Terrorlisten der USA und der EU abgleichen. Andere Unternehmen werden folgen.

Daimler möchte seine Angestellten regelmäßig überprüfen und auf Terrorverdacht hin untersuchen. Wie der "Spiegel" berichtet, dürfe das Unternehmen laut einer Konzernbetriebsvereinbarung seit dem 1. Dezember die Daten seiner Angestellten mit denen von Terrorismuslisten der USA und der Europäischen Union vergleichen. Die entsprechenden Sanktionslisten dürfe Daimler demnach bis zu sechs Monate aufbewahren. Die Regelung gelte auch für Personen, die sich bei Daimler um einen Job bewerben.

Falls ein Mitarbeiter auf einer der Terrorlisten auftauchen, könne er freigestellt werden, ohne dass ihm weitere Entgelte ausbezahlt werden. In diesem Fall würde das Unternehmen außerdem die zuständigen Behörden informieren.

Laut "Spiegel"-Bericht verteidigt der Rechtsvorstand des Konzerns, die frühere Verfassungsrichterin Christine Hohmann-Dennhardt, den Schritt. Daimler sei sich der Verantwortung bewusst, man ginge sensibel mit Persönlichkeitsrechten um. Auch der Konzernbetriebsrat sieht offenbar kein Problem: Vorsitzender Jörg Spies sieht in dem Programm demnach "einen Leuchtturm zum Schutz der Beschäftigten".

Gegenüber n-tv betont Daimler-Sprecher Florian Hofmann, die Grundlage für das Vorgehen seien beschlossene Gesetze in den USA und der EU, die Daimler eben frühzeitig umsetzen würde. Andere Unternehmen werden demnach mit ähnlichen Verfahren nachziehen. Auch betont Hofman ausdrücklich, wie wichtig dem Konzern die Sicherheit und Vertraulichkeit der Mitarbeiterdaten sind.

Quelle: n-tv.de

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