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Zündschloss-Wechsel zu teuer: Dauerte GM-Pannenserie wegen 57 Cent an?

Der US-Autohersteller General Motors muss Millionen Pkw in die Werkstätten zurückbeordern. Bei Unfällen haben mindestens 13 Menschen ihr Leben verloren. Nun werden die Zündschlösser getauscht. Vor Jahren war GM offenbar zu geizig.

Der wegen einer Pannenserie stark unter Druck stehende US-Autohersteller General Motors hat sich vor Jahren offenbar aus Kostengründen gegen einen Austausch der Zündschlösser ausgesprochen. Diese gelten als Ursache für den Unfalltod von mindestens 13 Menschen. Nicht einmal einen Dollar pro Fahrzeug soll ein neues Schloss im Vergleich mit den zuvor verbauten - die nicht den technischen Vorgaben des US-Konzerns entsprachen - teurer gewesen sein. Wegen der Unfallserie musste Konzernchefin Mary Barra dem Kongress rede und Antwort stehen.

Die Abgeordnete Diana DeGette hatte unter Berufung auf GM-Dokumente von 57 US-Cent gesprochen. In einem Reuters vorliegenden E-Mail-Verkehr zwischen GM-Ingenieuren von 2005 ist von 90 Cent Extrakosten pro Auto plus 400.000 Dollar für zusätzliches Werkzeug die Rede. Deswegen wurde empfohlen, die alten Schlösser weiter zu nutzen, bis neue Teile günstiger zu haben seien. Erst in den GM-Modellen ab 2007 wurden neue Zündschlösser verbaut.

Kulturwandel eingeleitet

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Damit konfrontiert sagte Barra, sollte aus solchen Gründen auf ein neues Zündschloss verzichtet worden sein, fände sie das sehr verstörend. Eine interne Untersuchung solle klären, ob Kostenabwägungen über Sicherheitsaspekten gestanden hätten. Das Unternehmen habe sich aber gewandelt. Früher habe GM eine "Kosten-Kultur" gehabt. Nach der staatlich gestützten Sanierung im Insolvenzverfahren 2009 sei dies aber anders und es herrsche eine "Kunden-Kultur", sagte die Managerin. Barra hatte erst zu Jahresbeginn die Konzernführung übernommen.

Zugleich beteuerte sie, erst am 31. Januar von den Problemen erfahren zu haben, die im Unternehmen schon seit 2001 bekannt sind. Seit Februar hat GM deswegen 2,6 Millionen Autos zurückgerufen. Insgesamt hat GM hat seit Anfang Februar etwa 6,3 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen.

Opel kaum betroffen

Zunächst waren Chevrolet Cobalts aus den Jahren 2005 bis 2007 sowie einige kleinere Modelle betroffen. Zuletzt kamen auch neuere Fahrzeuge und jüngst auf den Markt gebrachte Pickups und SUVs dazu. Damit sollen nun alle Fahrzeuge, in die das defekte Zündschlossteil eingebaut sein könnte, in die Werkstätten zurückbeordert worden sein.

Weil die Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position zurückspringen können, kann der Motor ausgehen und sich Elektronik wie die Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten. Der Opel-Mutter droht deswegen eine Klagewelle und ein massiver Vertrauensverlust, der den Konzern im Rennen um die Weltmarktführung mit Branchenprimus Toyota und Volkswagen ausbremsen könnte. Opel ist von den Zündschloss-Problemen kaum betroffen.

Quelle: n-tv.de

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