Wirtschaft

Telebörse Exklusiv: "Der Euro ist vom Eis"

Der Euro verkauft sich überraschend gut. Vor allem Asiaten greifen beherzt zu. Über die Liebe der Asiaten zu Europa, die Fortschritte bei der europäischen Schuldenkrise und über die Situation in den USA spricht Frank Meyer mit Andreas Hahner von Allianz Global Investors.

Andreas Hahner, Allianz Global Investors.
Andreas Hahner, Allianz Global Investors.

Der Euro hat sich seit Jahresbeginn stabilisiert. Der Kurs der Gemeinschaftswährung steigt und steigt zum Dollar. Wieso plötzlich? Laut Andreas Hahner von Allianz Global Investor handelt es sich um eine klassische Eindeckungsrally. Der Dollar sei "nur dolle auf dem Papier", erklärt Hahner im Interview mit Telebörse.de. Im Grunde sei seit zwei Jahren eine ununterbrochene Flucht aus dem Dollar zu beobachten. "Quantitative easing" oder immer weiter Geld zu drucken, so wie es die USA tun,  werde sich für die USA auf absehbare Zeit rächen.

Als Käufer von Euro lassen sich laut Hahner derzeit vor allem asiatische Zentralbanken identifizieren. Wer auf den Dollar gesetzt und gegen den Euro gewettet habe, renne nun hinterher. Europa habe die Refinanzierungsproblematik besser in den Griff bekommen als erwartet. "Die Kuh ist vom Eis", so Hahner. Die EU arbeite an einer politischen Lösung. Niemand habe ein Interesse daran, "dass wir ein größeres Problem in Europa bekommen". Dafür bedürfe es größerer Anstrengungen. Im Unterschied zu den USA würde Europa hier aber etwas tun.

Trotzdem wird die Refinanzierungsproblematik, wie Hahner erklärt, ein Thema bleiben. Gleichzeitig würden die Steuererleichterungen, die US-Präsident Obama "aufdoktriniert" worden seien, dazu führen, dass das US-Wachstum in diesem Jahr deutlich besser aussehen werde als man es Ende des Jahres noch vermuten konnte. Also auch wenn das Ganze wieder auf Pump finanziert worden sei, würden die USA beim Wachstum dieses Jahr also positiv überraschen, was auch wieder ein anderes Licht auf  Dollar wirft.

Die Probleme der USA und Europas werden weiterhin nebeneinander existieren und gegeneinander abzuwägen sein. Auf der einen Seite die Refinanzierungsproblematik in der Eurozone (die im Augenblick gelöst wird, aber weiterhin Probleme bereiten dürfte) und das Wachstum der USA, "das nicht so schlecht aussieht". Zu beachten gilt es allerdings, so Hahner, dass die USA bei der Lösung ihrer Probleme auch weiterhin auf Zeit spielen werde. "Die USA werden mittelfristig ein Problem mit ihrer Verschuldung bekommen." 

Das vollständige Interview von Frank Meyer, Telebörse.de, mit Andreas Hahner im Video-Link.

Video

Quelle: n-tv.de

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