Freitag, 23. Juli 2010
Künftig nur noch DII: Desertec verzichtet auf Namen
Das visionäre Wüstenstromprojekt Desertec wird künftig nur noch unter der Abkürzung DII GmbH firmieren. Das Unternehmen will sich damit stärker von der gemeinnützigen Desertec Foundation abgrenzen. Streit um die Namensregelung gab es nicht.Das Industriekonsortium für das visionäre Wüstenstromprojekt Desertec verzichtet künftig auf den bekannten Namen. Die Desertec Industrial Initiative werde künftig nur noch mit der Kurzform DII GmbH auftreten, sagte ein Sprecher und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Damit sollen künftig Verwechslungen mit den eigentlichen Initiatoren des Projekts, der gemeinnützigen Stiftung Desertec Foundation, vermieden werden.
Das Unternehmen und die in Hamburg ansässige Stiftung gehen durch diesen Schritt auf größere Distanz. Beide Seiten wollen dadurch auch ihre unterschiedliche Ausrichtung stärker deutlich machen, erläuterte auch Stiftungs-Vorstand Katrin-Susanne Richter. Die Foundation verstehe sich ganz bewusst als "Non-Profit"-Organisation. Ziel sei es, weltweit Wüstenstromprojekte voranzubringen.
Das Industriekonsortium dagegen konzentriert sich auf eine Region. Es wurde im vergangenen Jahr unter anderem von RWE, Eon, Siemens, Deutsche Bank und Munich Re mit der Aufgabe gegründet, bis 2012 einen Geschäftsplan zu entwickeln, wie Strom aus Solar- und Windanlagen in Nordafrika und dem Nahen Osten wirtschaftlich produziert und nach Europa transportiert werden kann.
Stiftung hält Markenrechte
Die Idee, weltweit erneuerbare Energien aus den Wüsten zu nutzen, um möglichst viele Menschen damit zu versorgen, entstand bereits 2003. Schließlich wurde 2008 die Stiftung gegründet. Sie hält die Markenrechte am Namen Desertec. Streit gebe es nicht, sagte Stiftungsvorstand Richter. Ihre Organisation bleibe etwa auch weiterhin Gesellschafter bei DII.
Die an DII beteiligten Unternehmen versprechen sich vom Verzicht auf den bekannten Namen Desertec auch, die riesigen Erwartungen etwas zu relativieren, die als Folge der genannten langfristigen Investitionssumme von 400 Mrd. Euro entstanden waren. "Wir müssen ein realistisches Szenario für die industrielle Umsetzung entwickeln", sagte der DII-Sprecher. An diesem Ziel habe sich nichts geändert. Ein erstes Referenzprojekt soll in Kürze in Marokko entstehen.
dpa
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