Kursmanipulation in SüdkoreaDeutsche-Bank-Händler angeklagt

Die Staatsanwaltschaft in Seoul klagt Mitarbeiter der Deutschen Bank und ihrer südkoreanischen Maklerfirma wegen Kursmanipulation an. Die vier Börsenhändler sollen mit unzulässigen Handelsaktionen einen Kurssturz ausgelöst haben. Der Coup brachte ihnen 28 Millionen Euro Gewinn ein.
Neun Monate nach einem ungewöhnlichen Kurssturz an der Aktienbörse in Seoul hat die südkoreanische Staatsanwaltschaft vier Angestellte der Deutschen Bank angeklagt. Die Behörde wirft ihnen Finanzmarktmanipulation vor. Auch gegen das Brokerhaus Deutsche Securities Korea (DSK) sei im Zusammenhang mit dem Vorfall im November 2010 Anklage erhoben worden, hieß es in einer Mitteilung der Bank in Singapur. DSK weise die Vorwürfe zurück.
Unter den Angeklagten befinden sich ein südkoreanischer Angestellter bei DSK und drei Angestellte anderer Nationalität, darunter ein hochrangiger Mitarbeiter des Deutsche-Bank-Büros in Hongkong, wie die nationale Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Staatsanwälte berichtete. Sie sollen durch unzulässige Handelsgeschäfte 44,8 Mrd. Won (28,5 Mio Euro) eingenommen haben. Der Kurssturz war im November durch die Platzierung umfangreicher Verkaufsaufträge in den letzten zehn Handelsminuten ausgelöst worden.
DSK habe weder einen Verstoß gegen die Marktregeln autorisiert noch stillschweigend darüber hinweg gesehen, teilte die Deutsche Bank mit. Die Bank bedaure den Vorfall vom November, in den eine kleine Zahl von Angestellten der Deutschen-Bank-Gruppe verwickelt gewesen seien. "Die Deutsche Bank ist dabei, abstellende Maßnahmen zu ergreifen, einschließlich disziplinarischer Schritte gegen die betroffenen Mitarbeiter."