Wirtschaft
BVB-Fans im Stadion: Spielt die Deutsche Bank bald in Dortmund mit?
BVB-Fans im Stadion: Spielt die Deutsche Bank bald in Dortmund mit?(Foto: REUTERS)

Einstieg bei Borussia Dortmund?: Deutsche Bank dreht am Ball

Die Deutsche Bank erwägt einem Medienbericht zufolge den Einstieg beim Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund. Im Gespräch sei eine Beteiligung von 10 Prozent, heißt es. Die Idee dahinter: Der BVB soll finanziell mit dem FC Bayern mithalten können.

Hochfinanz im Rasensport: Das einflussreichste Geldhaus der Bundesrepublik will einem Bericht zufolge künftig ein gewichtiges Wort im deutschen Profifußball mitreden. Nach bislang unbestätigten Angaben steht die Deutsche Bank kurz vor einem Einstieg beim Bundesliga-Topclub Borussia Dortmund.

Im Gespräch sei zunächst eine Beteiligung in Höhe von 10 Prozent, berichtete das Magazin "Bilanz". Der börsennotierte BVB werde derzeit mit rund 235 Millionen Euro bewertet. Die Verhandlungen würden von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sowie von Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen und dem Privatkundenvorstand Rainer Neske geführt.

Diskussionen im Vorstand

Zunächst wollten weder die Bank noch der Bundesligist die Gerüchte um etwaige Fußball-Ambitionen kommentieren. Die Idee zu dem Geschäft soll auf Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner zurückgehen. Sein Plan sehe vor, mehrere namhafte deutsche Unternehmen als Aktionäre an die Dortmunder zu binden und über eine Kapitalerhöhung die nötige Finanzkraft zu entwickeln, um Bayern München dauerhaft Paroli zu bieten.

An den Bayern sind bereits Großunternehmen wie Allianz und Audi beteiligt. Ein Einstieg bei Eintracht Frankfurt - dem Bundesliga-Verein am Finanzstandort Frankfurt am Main - stand offenbar nicht zur Debatte. Das Stadion der Frankfurter Fußballer trägt den Namen "Commerzbank-Arena".

In trockenen Tüchern ist das Geschäft noch nicht: Es gebe auch innerhalb der Bank noch Widerstände, hieß es. Nach Informationen des Magazins habe Deutsche-Bank-Vorstand Neske den Einstieg beim BVB mit einem Veto vorerst blockiert. Es stünden wichtigere Aufgaben an als "Spaß-Investments", war aus dem Umfeld der Bank zu vernehmen. Diesen Freitag soll das Thema Borussia Dortmund aber im Vorstand zur Sprache kommen.

Geldmaschine Profi-Fußball

Der BVB hatte zuletzt glänzende Zahlen geschrieben und sich sportlich hinter den Bayern als Nummer zwei im deutschen Fußball etabliert. Mit einem Umsatz von 305 Millionen Euro und einem Gewinn von 51,2 Millionen Euro Gewinn lief es für die Borussen im vergangenen Geschäftsjahr (2012/2013) auch finanziell recht gut. Mit beiden Bilanzkennzahlen erzielte der Klub einen Vereinsrekord.

Die Aktien des BVB befinden sich zu gut 75 Prozent in Streubesitz. Borussia selbst hält gut 7 Prozent. Ein Einstieg der Deutschen Bank könnte über eine Kapitalerhöhung geschehen. Am Finanzmarkt hatte der BVB zuletzt bereits einen kleinen Erfolg errungen.

Aufstieg in die dritte Liga

Der einzige Bundesligist an der Börse steigt zum 23. Juni in den Börsenindex SDax auf, wie die Deutsche Börse mitteilte. Der Index bildet kleinere Aktiengesellschaften, sogenannte Small Caps, ab. Er umfasst hinter dem Leitindex Dax mit seinen 30 Schwergewichten und dem MDax  mit seinen 50 Unternehmen die Aktiengesellschaften aus der Größenordnung der Nummer 81 bis 130 aus dem deutschen Aktienmarkt.

Der SDax bildet damit sozusagen die dritte Liga an der Börse. Zweiter Aufsteiger neben der Borussia Dortmund GmbH & Co KG aA ist die Baumarktkette Hornbach. Dagegen verlassen die Aktien des Maschinenbauers Koenig & Bauer sowie die Fluggesellschaft Air Berlin den Index.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen