Wirtschaft
"Wir sind zufrieden, dass wir das Thema lösen konnten, ohne dass die Parteien vor Gericht ziehen mussten."
"Wir sind zufrieden, dass wir das Thema lösen konnten, ohne dass die Parteien vor Gericht ziehen mussten."(Foto: REUTERS)

"Wir sind zufrieden": Deutsche Bank zahlt Millionen

Die Deutsche Bank kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach den schweren Vorwürfen gegen Josef Ackermann und dem Ende seiner Aufsichtsratspläne willigt die Bank einem millionenschweren Vergleich in den USA zu. Die Bank entgeht damit einer juristischen Aufarbeitung der Hypothekenkrise. Für die Amerikaner sind die deutschen Millionen nicht viel mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von fünf US-Genossenschaftsbanken während der Finanzkrise überweist die Deutsche Bank dem US-Staat 145 Mio. Dollar (106 Mio. Euro). Das Finanzinstitut habe in einem außergerichtlichen Vergleich der Zahlung zugestimmt, damit aber keine Schuld eingeräumt, teilte die US-Aufsichtsbehörde der Genossenschaftsbanken NCUA mit. Die Zahlung soll demnach helfen, die der NCUA durch die Pleite der Banken entstandenen Kosten aufzufangen.

Mitteilungen am Rande: Josef Ackermann bei der "Euro Finance Week" in Frankfurt.
Mitteilungen am Rande: Josef Ackermann bei der "Euro Finance Week" in Frankfurt.(Foto: dpa)

Bei dem Vergleich habe sich auch die Citigroup zur Zahlung von 20,5 Mio. Dollar bereiterklärt, teilte die NCUA weiter mit. In der Mitteilung der Aufseher stand die Zahlung der US-Bank Citigroup im Vordergrund, und dass, obwohl die Summe hier deutlich geringer ausfällt.

Die Behörde wirft den beiden Großbanken sowie vier weiteren Finanzinstituten vor, die Genossenschaftsbanken nicht ausreichend über die Risiken von mit Hypotheken gesicherten Wertpapieren informiert zu haben. Die Großbanken hätten ihre Geschäftspartner mit falschen Versprechungen zum Kauf der Finanzprodukte verleitet und die Risiken heruntergespielt, hieß es.

Mit US-Hypotheken unterlegte Finanzprodukte hatten während der Finanzkrise kräftig an Wert verloren und rund um die Welt Banken und andere Anleger mit in die Tiefe gerissen. Nach dem Platzen der US-Immobilienblase war der NCUA durch die Pleite ihrer fünf Mitglieder ein Schaden von insgesamt 3,3 Mrd. Dollar entstanden.

"Wir sind zufrieden, dass wir das Thema lösen konnten, ohne dass die Parteien vor Gericht ziehen mussten", sagte ein Deutsche-Bank-Sprecher in New York. Die Bank räumt mit dem Vergleich keine Schuld ein. Das gilt auch für die Citigroup. Die NCUA-Vorsitzende Debbie Matz begrüßte das Entgegenkommen der beiden Geldhäuser.

Die erste Zahlung ihrer Art

Die National Credit Union Administration (NCUA) ist für die US-Genossenschaftsbanken zuständig und springt bei Pleiten ein, um die Kunden zu schützen. Die NCUA versucht nun, das Geld für die entstandenen Schäden bei allen greifbaren Verursachern einzutreiben. Die jetzt geschlossenen Vergleiche sind die ersten ihrer Art. Der Regulierer hatte auch andere Großbanken ins Visier genommen und im Sommer JPMorgan Chase, die Royal Bank of Scotland und Goldman Sachs verklagt.

Bei den fraglichen Hypothekenpapieren handelt es sich um sogenannte Mortgage-backed Securities. Diesen liegen Hauskredite zugrunde. Als die US-Immobilienblase 2007 platzte, verfiel mit den Hauspreisen auch der Wert der Hypotheken. Die Spätfolgen sind am US-Häusermarkt immer noch sehen. Noch heute suchen Banken Käufer für nahezu wertlose Objekte aus ihren Beständen. Die Turbulenzen der Hypothekenkrise hatten im Frühjahr 2008 zuerst die Investmentbank Bear Stearns und im Herbst des Jahres schließlich auch die Investmentbank Lehman Brothers in den Abgrund gerissen.

Erst am Vorabend hatte die Deutsche Bank mitgeteilt, dass Konzernchef Josef Ackermann Abstand von seinen nimmt. Ackermann stehe hierfür nicht mehr zur Verfügung, hieß es. Zuvor war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft München dem Schweizer zusammen mit ehemaligen Führungskräften im Zusammenhang mit dem Kirch-Prozess Falschaussage vorwirft. In diesem Zusammenhang wurden auch Büroräume in der Vorstandsetage in Frankfurt .

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Quelle: n-tv.de

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